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News: Proteine sollen die Speicherkapazität von Festplatten verbessern

Die Speicherdichte von Computerfestplatten soll sich durch den Einsatz von Proteinen um das Hundertfache steigern lassen. Dieses Ziel visiert zumindest die britische Firma Nanomagnetics an, die das Eisenspeicherprotein Apoferritin dazu nutzt, Schichten aus dicht aneinander gereihten magnetischen Nanopartikeln herzustellen.

Eric Mayes, Geschäftsführer von Nanomagnetics, äußerte gegenüber dem britischen Magazin New Scientist, dass sich das Material zwar noch in der Entwicklung befinde, man aber überzeugt sei, noch binnen dieses Jahres mit der Technik die Speicherdichte konventioneller Festplatten zu übertreffen.

Die Markteinführung solcher nanostrukturierter Materialien sieht Dieter Weller vom Festplattenhersteller Seagate, der an ähnlichen Festplattenbeschichtungen arbeitet, indes frühestens in sechs bis zehn Jahren.

Apoferritin besitzt eine kugelförmige Gestalt mit einem Durchmesser von zwölf Nanometern und einem acht Nanometer großen Hohlraum in der Mitte, in dem sich normalerweise das Eisen befindet. Um die magnetischen Nanopartikel für die Festplattenbeschichtung herzustellen, wird das Eisen in einer säurehaltigen Lösung herausgelöst und mit einer weiteren Lösung durch eine magnetische Cobalt-Platin-Legierung ersetzt.

Das Produkt, DataInk, wird anschließend auf die Oberfläche einer Festplatte gesprüht und erhitzt. Dadurch ändert sich die kristalline Struktur der Partikel und lässt sie durch Selbstorganisation zu einer dichten Lage zusammenwachsen. Die Außenhülle der Proteine verwandelt sich durch die Hitze währenddessen in Kohlenstoff.

Bislang erreichen Festplatten eine Speicherdichte von rund 450 Gigabits pro Quadratzentimeter. Während die Hersteller herkömmlicher Platten mit einer maximalen Kapazität von 3000 Gigabits pro Quadratzentimeter rechnen, sollen mit DataInk 5000 Gigabits auf gleicher Fläche erzielt werden.

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