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Endlich bewiesen: Proxima und Alpha Centauri sind ein Paar

Bislang war unbekannt, ob der uns nächste Stern Proxima Centauri wirklich zu seinem unmittelbaren Nachbarn Alpha Centauri gehört oder nur zufällig in dessen Nähe steht. Nun konnten Forscher anhand von Messungen belegen, dass der Rote Zwerg den Doppelstern Alpha Centauri in einer weiten Umlaufbahn umrundet.
Wie mag es wohl auf dem Planeten Proxima b aussehen?

Schon seit Langem fragen sich die Astronomen, ob der uns nächste Stern, der Rote Zwerg Proxima Centauri, ein Bestandteil des von ihm nur rund 0,2 Lichtjahre entfernten Sternsystems von Alpha Centauri ist oder nicht. Nun stellen Pierre Kervella von der Université Paris-Diderot und Frédéric Thévenin vom Observatoire de la Cote d'Azur in der Zeitschrift "Astronomy & Astrophysics" neue Messungen und Berechnungen vor, aus denen hervorgeht, dass sich Proxima im Umlauf um den Doppelstern Alpha Centauri befindet und nicht nur zufällig in dessen Nähe steht. Proxima Centauri sorgte im August 2016 für Schlagzeilen, weil bei ihm ein wahrscheinlich felsiger Planet entdeckt wurde, der sich in seiner lebensfreundlichen Zone befindet. Von uns ist Proxima Centauri 4,2 Lichtjahre entfernt.

Künstlerische Darstellung des Planeten von Proxima Centauri
Planet von Proxima Centauri | Künstlerische Darstellung des Planeten um Proxima Centauri, den erdnächsten Stern.

Damit ist Alpha Centauri ein so genanntes hierarchisches Dreifachsternsystem. Dabei umrunden die Hauptkomponenten Alpha Centauri A und B ihren gemeinsamen Schwerpunkt auf stark elliptischen Bahnen in rund 80 Jahren. Der mittlere Abstand der beiden sonnenähnlichen Sterne beträgt rund 24 Astronomische Einheiten (AE), das entspricht dem 24-Fachen der Distanz Erde-Sonne. Dagegen trennen Proxima Centauri im Mittel rund 9100 AE von seinen beiden Nachbarn.

Steckbrief Proxima Centauri
Steckbrief Proxima Centauri

Bislang war es wegen der relativ geringen Leuchtkraft von Proxima Centauri und den sehr hellen Nachbarn Alpha Centauri A und B schwierig, präzise spektroskopische Daten zu gewinnen, die Aufschluss über die Eigenbewegung des Roten Zwergs am Himmel geben können. Die beiden Autoren nutzten nun hochpräzise neue Messungen, um den Bewegungen von Proxima auf die Schliche zu kommen. Demnach umläuft der Rote Zwerg seine beiden Nachbarn mit einer Periode von 591 000 Jahren auf einer elliptischen Bahn. Dabei kann sich Proxima bis auf 5270 AE den Hauptsternen annähern und sich bis zu 12 900 AE von ihnen entfernen. Das bedeutet, dass sich die drei Sterne schon seit sehr langer Zeit gegenseitig durch ihre Schwerefelder beeinflusst haben müssen. Dies hat auch Auswirkungen auf die mögliche Existenz von Planeten um die beiden Hauptsterne – der im Jahr 2012 gemeldete Nachweis eines Planeten um Alpha Centauri B ist nach wie vor sehr umstritten und gilt mittlerweile eher als falsch.

47/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 47/2016

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