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Persönlichkeit: Psychopathen auf Dopamintrip

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Auf den ersten Eindruck oft charmant – in Wahrheit aber gefühlskalt und böswillig: So lautet die klassische Charakterisierung von Psychopathen. Eine antisoziale Persönlichkeit haben laut Experten rund drei Prozent der Männer sowie eine unter 100 Frauen. Ursache der Störung könnte unter anderem ein überaktives Belohnungssystem im Gehirn sein, vermuten nun Neurologen um Joshua Buckholtz von der Vanderbilt University in Nashville (US-Bundesstaat Tennessee).

Die Forscher ließen 30 Probanden einen Persönlichkeitstest ausfüllen. Anschließend injizierten sie den Versuchspersonen ein Amphetamin und verfolgten per Positronenemissionstomografie (PET), wie das Gehirn auf die Droge reagierte. Bei Personen, die im Fragebogen impulsiv-antisoziale Tendenzen offenbart hatten, schüttete der Nucleus accumbens – eines der Suchtzentren des Gehirns – deutlich größere Mengen des Botenstoffs Dopamin aus. Auch wenn die Probanden im Hirnscanner Aussicht auf einen Geldgewinn bei einem (virtuellen) Glücksspiel hatten, gab das Belohnungssystem der psychopathisch veranlagten Teilnehmer mehr Dopamin frei.

Bereits zuvor hatten Studien gezeigt, dass Menschen mit antisozialer Persönlichkeitsstörung besonders häufig zu Drogensucht neigen. Möglicherweise fördert ein überaktives Belohnungssystem die Neigung zu impulsivem, rücksichtslosem Verhalten, vermutet Buckholtz. Eine antisoziale Störung besteht jedoch erst dann, wenn außerdem noch die Unfähigkeit hinzutritt, Mitgefühl für andere zu empfinden. Die für Psychopathen typische Empathielosigkeit scheint nicht mit der Aktivität des Belohnungssystems zusammenzuhängen. (rs)

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