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Breakthrough Prize: Pulsar-Entdeckerin Bell Burnell nach 50 Jahren preisgekrönt

Als Entdeckerin der Pulsare erhält die Astrophysikerin Jocelyn Bell Burnell den mit drei Millionen US-Dollar dotierten Breakthrough Prize - ein halbes Jahrhundert nach ihrer bahnbrechenden Arbeit.
Pulsare für eine hochpräzise Zeitmessung

Die 75-jährige Astrophysikerin Jocelyn Bell Burnell erhält einen der lukrativsten Preise der Wissenschaftsszene: den mit drei Millionen US-Dollar dotierten Breakthrough Prize, der seit 2012 für besonders herausragende Leistungen in den Bereichen Grundlagenphysik, Biowissenschaften und Mathematik vergeben wird. Bell Burnett hatte 1967 erstmals Pulsare entdeckt und als Radiopulsquellen charakterisiert, die von sich drehenden Sternen ausgehen. Sie wird nun für ihre wissenschaftlichen Leistungen und ihre »inspirierende Führung« in den letzten fünf Jahrzehnten gewürdigt.

»Ich kann mir keine verdienstvollere Wissenschaftlerin vorstellen, die diesen Preis gewinnen könnte«, sagt Chiara Mingarelli, Astrophysikerin am Flatiron Institute in New York gegenüber »Nature News«: »Bell Burnell ist nicht nur ein Pionier und ein Riese auf diesem Gebiet, sondern auch ein Vorbild auf höchstem Niveau – eine Vorkämpferin für Frauen in der Wissenschaft, die sich gegen die Ungleichbehandlung von Frauen in den STEM-Fächern ausspricht.«

Jocelyn Bell Burnell
Jocelyn Bell Burnell | Die Gewinnerin des Breakthrough-Sonderpreises 2018.

Bell Burnell hatte in den 1960er Jahren als Doktorandin an der University of Cambridge unter dem Astronomen Antony Hewish gearbeitet. Zu ihren Aufgaben gehörte es damals, Hunderte von Metern lange Papierrollen mit radioastronomischen Daten zu durchmustern. Dabei war sie auf einige mysteriöse, immer wiederkehrende Flecken gestoßen, die sie schließlich als Pulsare gedeutet hat. Im Jahr 1974 erhielt Hewish dann den Nobelpreis für Physik wegen seiner »entscheidenden Rolle bei der Entdeckung der Pulsare«, während Bell Burnell übersehen wurde. Bell Burnell äußerte dafür später Verständnis: Schließlich würden Nobelpreise eben in der Regel nicht an die in den preisgekrönten Labors arbeitenden Studenten vergeben.

Bell Burnell, die heute an der University of Oxford und der University of Dundee studiert, war »völlig überrascht«, als sie jetzt vom Gewinn des Breakthrough Prize erfuhr. »Ausnahmsweise einmal in meinem Leben war ich sprachlos«, sagt sie. Sie plant nun mit dem Preisgeld Doktorandenstipendien für in den Naturwissenschaften unterrepräsentierten Gruppen von Menschen zu schaffen. »Diversität ist sehr wichtig«, sagt Bell Burnell. »Das ist auch eine Anerkennung dafür, dass ich meine wichtigste Arbeit als Studierende geleistet habe.«

Das Preisgeld des Breakthrough-Preises wird von Unternehmern wie dem Google-Mitbegründer Sergey Brin und dem Facebook-Chef Mark Zuckerberg gesponsert. Bell Burnell erhält den Preis als Sonderauszeichnung, ohne sich zuvor wie die meisten Preisträger in einem offenen Nominierungsverfahren durchgesetzt haben zu müssen. Frühere Sonderpreise für »besonders wertvolle wissenschaftliche Beiträge« waren früher bereits an Stephen Hawking und das Laser Interferometer Gravitations-Wellen-Observatorium (LIGO) zur Entdeckung von Gravitationswellen und sieben CERN-Wissenschaftler vergeben worden, die die Suche nach dem Higgs-Boson koordiniert haben.

Dies ist eine gekürzte Übersetzung des in Nature News erschienenen Beitrags »Pulsar discoverer Jocelyn Bell Burnell wins $3-million Breakthrough Prize«

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