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Nobelpreis 2022: So lief die Verleihung des Physik-Nobelpreises

Schon lange galten sie als heiße Kandidaten für den Preis. Nun wurden drei Physiker für den Nachweis der »spukhaften Fernwirkung« in der Quantenwelt geehrt. Hier können Sie die Verkündung noch einmal anschauen.
Zwei Hände legen die Schachtel mit der Nobelpreis-Medaille sowie die Urkunde zurecht
Wer einen der begehrten Nobelpreise bekommt, erhält unter anderem eine Schachtel mit der berühmten Nobelpreis-Medaille.

Die Namen, die Hans Ellegren, Generalsekretär der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, um 11:47 verlas, sind keine allzu große Überraschung. Schon lange steht die Quantenverschränkung auf der Liste der nobelpreiswürdigen Themen. Heute war es so weit. Der Nobelpreis für Physik geht an Alain Aspect, Anton Zeilinger und John F. Clauser für den Nachweis, dass Korrelationen zwischen Quantenobjekten stärker sein können als die Bell-Ungleichung erlaubt, sowie die dadurch möglichen Experimente mit verschränkten Photonen und die Grundlagen der Quanteninformation.

Die Nobelpreise für Physik werden traditionell am Tag nach der Verkündung der Nobelpreise für Medizin und Physiologie bekannt gegeben. Diesen Preis erhielt am 3. Oktober der schwedische Genetiker Svante Pääbo für seine Forschung zur Evolution des Homo sapiens und zu dessen ausgestorbenen Verwandten. Am 5. Oktober folgt die Verkündung der Preisträger des Nobelpreises für Chemie. Die Bekanntmachungen der Literatur-, Friedens-, und Wirtschaftsnobelpreisträger finden jeweils am 6., am 7. und am 10. Oktober statt.

Im Stream können Sie die Verleihung der Physik-Nobelpreise noch einmal mitverfolgen:

© Nobel Prize / YouTube

Mit den wissenschaftlichen Nobelpreisen werden häufig zwei oder drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gleichzeitig gewürdigt, die zum Beispiel gemeinsam zu einem Themenfeld geforscht haben. Gelegentlich ist es jedoch nur einer wie in diesem Jahr der Evolutionsforscher Svante Pääbo: Der seit 1997 in Leipzig arbeitende Schwede bekam den prestigeträchtigen Preis alleine zugesprochen. Er erhält ihn für seine Forschung zur Evolution des Homo sapiens und zu dessen ausgestorbenen Verwandten.

Zwischen 1901 und 2021 hat die Nobelstiftung den Physik-Nobelpreis an 218 Forschende vergeben. Nur vier von ihnen sind Frauen. Kein anderer Nobelpreis weist einen so niedrigen Frauenanteil auf. Zuletzt erhielt die US-Amerikanerin Andrea Ghez die renommierte Auszeichnung im Jahr 2020. Die Astronomin hat zusammen mit dem Deutschen Reinhard Genzel das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße entdeckt.

Nach Physik werden Auszeichnungen in weiteren Kategorien folgen. Den oder die Gewinner des Chemie-Nobelpreises wird die Jury am 5. Oktober verkünden, am 6. Oktober findet die Bekanntgabe des Nobelpreisträgers für Literatur statt. Wer mit dem Friedensnobelpreis geehrt wird, teilt ein fünfköpfiges Nobelkomitee am 7. Oktober in Oslo mit. Zum Abschluss gibt eine Jury am 10. Oktober den Preisträger des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften bekannt. Die von der Schwedischen Nationalbank gestiftete Auszeichnung wird oft als Wirtschaftsnobelpreis bezeichnet. Für sie gelten ähnliche Vergabekriterien wie für die eigentlichen Nobelpreise. Zudem sind alle sechs Preise mit 10 Millionen Schwedischen Kronen dotiert.

Zwischen dem 3. und dem 10. Oktober geben die Nobelkomitees die Nobelpreisträger des Jahres 2022 bekannt. Auf unserer Themenseite »Nobelpreise – die höchste Auszeichnung« erfahren Sie, wer einen der renommierten Preise erhalten hat. Dort können Sie außerdem das Wesentliche über die Laureaten und ihre Forschung nachlesen.

Der Nobelpreis gilt als eine der höchsten Auszeichnungen in der Wissenschaft. Gestiftet vom Erfinder und Industriellen Alfred Nobel, wird er seit 1901 jährlich an herausragende Forscherinnen und Forscher vergeben, »die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben«. Das legte Nobel in seinem Testament fest. Die Preisverleihung findet am 10. Dezember statt, zum Todestag Nobels.

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