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Fast Radio Burst: Radioblitz kommt regelmäßig wieder

Eine vierjährige Beobachtungskampagne offenbart, dass sich ein bestimmter Radioblitz regelmäßig wiederholt. Das könnte Hinweise auf seinen Ursprung liefern.
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In einem Artikel der Fachzeitschrift »Monthly Notices of the Royal Astronomical Society« berichtet ein Forscherteam, dass der im Jahr 2012 entdeckte Fast Radio Burst 121102 eine Periodizität von 157 Tagen aufweist. Ein Fast Radio Burst, kurz FRB und zu Deutsch »schneller Radioblitz«, ist ein Radiostrahlungspuls mit nur einigen Millisekunden Dauer, der irgendwo aus den Tiefen des Weltalls stammt. Der erste FRB wurde im Jahr 2007 entdeckt. Zunächst hielt man FRBs für einmalige Ereignisse, ausgelöst etwa durch einen explodierenden Stern. Diese Einschätzung änderte sich jedoch, als sich der FRB 121102 im Jahr 2016 wiederholte. Bislang war jedoch nicht klar, dass solche wiederkehrenden Ausbrüche tatsächlich nach einem regelmäßigen Muster stattfinden. Auch tappen die Astronomen noch im Dunkeln, was den Ursprung solcher Radiopulse angeht.

Die jetzt veröffentlichte Daten sammelten die Astronomen mit dem Lovell-Teleskop am Jodrell Bank Observatory, kurz JBO in Lower Withington, Cheshire, England, während einer vierjährigen Beobachtungskampagne. Insgesamt zeichnete das Team 32 Bursts auf. In Verbindung mit Daten aus zuvor veröffentlichten Beobachtungen fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Emission des FRB 121102 einem zyklischen Muster folgt: Die Radioimpulse werden stets in einem Fenster beobachtet, das etwa 90 Tage dauert, gefolgt von einer Ruheperiode von 67 Tagen. Dieses Verhalten wiederholt sich also alle 157 Tage.

Der FRB 121102 ist erst das zweite Exemplar an FRBs, das eine solche sich gleichmäßig wiederholende Aktivität aufweist. Der Zyklus ist dabei fast zehnmal länger als die 16-Tage-Periodizität der anderen periodischen Quelle FRB 180916.J10158+56, die kürzlich vom CHIME-Teleskop in Kanada entdeckt wurde. Die regelmäßige Abfolge der starken Ausbrüche könnte darauf hindeuten, dass sie mit der Bahnbewegung eines massereichen Sterns, eines Neutronensterns oder eines Schwarzen Lochs zusammenhängen. Aber angesichts der großen Magnetfelder, die etwa in Neutronensternen erwartet werden, könnte es schwierig sein, eine 157-tägige Präzessionsperiode zu erklären, weshalb manche Astronomen derzeit Schwarze Löcher als Ursprung favorisieren.

Diese Ergebnisse würden zeigen, wie wenig man über den Ursprung der FRBs wisse, sagt Duncan Lorimer von der West Virginia University, USA, und Koautor der Studie. Es seien zusätzliche Beobachtungen anderer FRBs erforderlich, um ein präziseres Bild über diese periodischen Quellen zu erhalten und letztlich ihren Ursprung zu klären, so Lorimer weiter.

24/2020

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 24/2020

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