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Meteoriteneinschläge: Rätselhafte russische Schneekarotten sind aufgeklärt

Trümmer des Meteoriten von Tscheljabinsk erzeugten Trichter im Schnee - aber nicht, indem sie ihn aufschmolzen.
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Putin ist nicht an allem schuld: Forscher fanden jetzt heraus, wie kleine Meteoritenbruchstücke karottenförmige Strukturen im Schnee erzeugen, deren Entstehung bisher unklar war. Die trichterförmigen Löcher mit einer etwa drei Zentimeter dicken Wand aus festerem Schnee tauchten auf, nachdem eine Feuerkugel, ein Bolide, über Tscheljabinsk explodiert war. Kleine Trümmer dieses Himmelskörpers fanden sich anschließend am Grund ebenjener Löcher. Ein Team um Robert Luther vom Museum für Naturkunde in Berlin hat die Entstehung dieser Strukturen jetzt im Computermodell nachvollzogen und kommt zu dem Schluss, dass die Karotten entstehen, weil die Wucht des Einschlags den Schnee der Wand kompakter macht. Die Forscher merken an, dass die Strukturen den Formen ähneln, die Staubpartikel im Aerogel der NASA-Sonde Stardust erzeugten. Vermutlich ist der Mechanismus für Einschläge in poröse Materialien universell.

Die Karotten sind so stabil, dass man sie separat aus dem Schnee graben und auf den Boden stellen konnte. Forscher hatten bisher vermutet, dass die Meteoriten den Schnee teilweise aufgeschmolzen hatten – das wieder gefrierende Wasser hätte dann die Wand gefestigt. Dafür sprachen auch Berichte, nach denen die Trümmer teilweise noch warm gewesen seien. Allerdings zeigt sich in der Simulation, dass die Brocken auf ihrem Weg zum Boden mehr als genug Zeit hatten, abzukühlen. Stattdessen sind hauptsächlich mechanische Kräfte für die Form der Impaktstrukturen verantwortlich. Wie Luther und sein Team feststellten, zwingt der Meteorit beim Einschlag den porösen Schnee aus dem Weg, so dass ein Loch mit festeren Kraterwänden entsteht. Der poröse Schnee jedoch bremst den Brocken immer stärker ab, so dass das Loch sukzessive schmaler wird. Nach etwa zehn Millisekunden ist die Bildung der Karotten abgeschlossen.

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