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News: Raubtiere mit großen Revieren vertragen Zoohaltung besonders schlecht

Raubtiere, die in freier Wildbahn große Gebiete durchstreifen, zeigen in Gefangenschaft die höchste Nachwuchssterberate und leiden am stärksten unter stressbedingten Verhaltensstörungen wie ständigem Hin- und Herlaufen im Gehege. Unterschiede in den Haltungsbedingungen wirkten sich nicht auf die beiden Parameter aus. Und auch die allgemeine Aktivität und die Zeit, die im Freiland für die Nahrungssuche aufgewendet wird, zeigten keinen Zusammenhang mit dem Ausmaß von Verhaltensstörungen und Sterblichkeitsrate.

Ros Clubb und Georgia Mason von der University of Oxford werteten mehr als 1200 Studien zu 35 Raubtierarten aus, die in Zoos gehalten werden. Mit am stärksten beeinträchtigt sind Eisbären, die im Freiland ein Revier von teilweise mehr als 1000 Quadratkilometern durchstreifen, während ihnen im Zoo meist nur ein Millionstel dieser Fläche zur Verfügung steht. In Gefangenschaft gehaltene Tiere verbringen ein Viertel des Tages mit ständigem Hin- und Hertrotten, und die Todesrate bei Neugeborenen liegt bei 65 Prozent. Braunbären dagegen, deren Revier deutlich kleiner ist, zeigen nur für ein Zehntel des Tages das stereotype Verhalten und haben eine vernachlässigbare Todesrate bei Jungtieren.

Angesichts der Ergebnisse fordern die Forscher, dass entweder die Gehege von Tieren mit großen Revieren deutlich vergrößert werden müssen – oder aber die Entscheidung fallen sollte, auf diese Arten in Zoos ganz zu verzichten.

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  • Quellen
Nature 425: 473–474 (2003)

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