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Rauchen: Tabakkonsum geht weltweit zurück

Die Zahl der Menschen, die rauchen oder Tabak schnupfen, sinkt weltweit kontinuierlich. Laut WHO ist der Weg aber noch weit und die Industrie ein starker Gegner.
Ausgedrückte Zigarette

Sieben Millionen Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen ihres Tabakkonsums. Ganze 1,2 Millionen Nichtraucher verlieren ihr Leben, weil sie den schädlichen Rauch von anderen abbekommen. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die Welt kommt immer mehr von der Tabaksucht los. So sinkt die Zahl der Tabaknutzer kontinuierlich – trotz des Anstiegs der Weltbevölkerung. Zumindest legt das ein aktueller Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nahe, wie die dpa heute vermeldet. Die WHO-Experten rechnen damit, dass der Trend sich fortsetzt.

So ist der Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die Tabak konsumieren, zwischen 2000 und 2020 von 20,8 Prozent auf 14,2 Prozent gefallen. 2025 werden es vermutlich nur noch 13 Prozent sein. Die WHO schätzt den Anteil der Tabaknutzer an der Weltbevölkerung ab 15 Jahren 2020 auf 22,3 Prozent.

Zum Gebrauch von Tabak gehört das Rauchen von Zigaretten, Zigarren und Pfeifen, aber auch der Konsum von Schnupf-, Lutsch- oder Kautabak. Den größten Anteil mit mehr als 90 Prozent macht aber das Rauchen aus. Elektronische Zigaretten, die keinen Tabak enthalten, sind in dem Report nicht berücksichtigt.

Frankreich und Spanien waren 2020 die (traurigen) Spitzenreiter in Europa – hier lag der Anteil der Tabaknutzer bei 28,7 beziehungsweise 24,5 Prozent. Deutschland liegt mit 19,6 Prozent im Mittelfeld, noch weniger Tabakfans gibt es in Island (11,9 Prozent) und Großbritannien (14,3).

»Die Tabakindustrie wird jeden Trick nutzen, um ihre gigantischen Profite zu verteidigen«(Tedros Adhanom Ghebreyesus, WHO)

Zudem zeigt sich ein deutlicher Geschlechterunterschied: 36,7 Prozent aller Männer weltweit nutzten Tabakprodukte, hingegen nur 7,8 Prozent aller Frauen. Sorgen macht der WHO die Europaregion, die 53 Länder bis nach Turkmenistan und Israel umfasst. 18 Prozent der Frauen konsumierten hier noch Tabak, deutlich mehr als in anderen Regionen, und der Anteil nehme nur langsam ab.

»Wir haben noch einen langen Weg vor uns«, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. »Die Tabakindustrie wird jeden Trick nutzen, um ihre gigantischen Profite zu verteidigen, die sie mit dem Verkauf ihrer tödlichen Produkte erzielen.« Die WHO rät Hausärztinnen und -ärzten dazu, ihre Patienten auf den Gewinn an Lebensqualität durch den Verzicht auf Tabak hinzuweisen. Außerdem sollten Gratis-Hotlines und SMS-Dienste für die Unterstützung von Tabaknutzern beim Entwöhnungsprozess eingerichtet werden. Allein dadurch könnten bis 2030 rund 88 Millionen Menschen weltweit vom Rauchen, Schnupfen und Co wegkommen und 1,4 Millionen Menschenleben gerettet werden.

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