Raketenstart auf europäischem Boden: Neuer Startversuch für Spectrum-Rakete

Wird der Flug der Spectrum-Rakete dieses Mal gelingen oder zumindest weiter führen als beim ersten Versuch im März 2025? Damals hob die Rakete zwar ab, aber nach 30 Sekunden Flug setzten die Triebwerke aus, die Rakete stürzte ab und explodierte auf der Wasseroberfläche nahe der Startrampe im norwegischen Andøya Space Center. Es besteht Hoffnung, dass die deutsche Weltraumfirma Isar Aerospace, welche die Spectrum-Rakete entwickelt und gebaut hat, aus den beim ersten Startversuch übermittelten technischen Daten einiges lernen konnte und die Rakete weiter fliegen wird als seinerzeit. Der Start am 15. Juni 2026 ist ab 22 Uhr MESZ vorgesehen, eine Live-Übertragung beginnt ab 21 Uhr.
Die Spectrum-Rakete ist 28 Meter lang, besteht aus zwei Stufen und kann bis zu einer Tonne Nutzlast in eine niedrige Erdumlaufbahn befördern. Beim ersten Startversuch befand sich keine Nutzlast an Bord. Dieses Mal fliegen sechs Kleinstsatelliten, sogenannte Cubesats, mit. Diese preisgünstigen Satelliten dienen zur Erprobung neuer Technologien im All und der Ausbildung raumfahrttechnischen Nachwuchses.
Die erste Stufe der Rakete besteht aus neun Triebwerkem des Typs »Aquila«, die zusammen 645 Kilonewton Schub liefern. In der zweiten Stufe kommt ein für das Vakuum optimiertes einzelnes »Aquila«-Triebwerk zum Einsatz, das 94 Kilonewton Schub liefert und sich mehrfach zünden lässt. Als Treibstoffe dienen Propan und flüssiger Sauerstoff.
Die Europäische Raumfahrtagentur ESA fördert die Entwicklung von europäischen Kleinträgern mit ihrem »Boost! Programme« und bietet dabei Anschubfinanzierung und technische Unterstützung an. Im Jahr 2025 wählte die ESA Isar Aerospace und drei weitere vielversprechende junge Weltraumtransportfirmen aus, an der »European Launcher Challenge« teilzunehmen. Bei diesem Wettbewerb geht es darum, spätestens bis Ende 2027 einen Satelliten erfolgreich in einen niedrigen Erdorbit zu befördern. Damit soll der private Sektor der europäischen Raumfahrtindustrie gefördert werden, in der Hoffnung, dass daraus vielleicht eines Tages »europäisches SpaceX oder Blue Origin« hervorgeht.
Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.