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Raumfahrt: Schwerer Rückschlag für die Großrakete »New Glenn«

Zum vierten Mal sollte demnächst die Schwerlastrakete »New Glenn« von Blue Origin starten. Doch bei einem Bodentest explodierte die Rakete. Die Hintergründe sind noch unklar.
Die New Glenn vor lila-blauem, im Hintergrund heller werdendem Himmel, kurz vor ihrem ersten Start
Beim vierten Anlauf explodiert: die Schwerlastrakete »New Glenn« bei einem Bodentest auf der Startrampe in Florida. Warum die Rakete bei einem Triebwerkstest explodierte, ist noch unklar.

Die leistungsstarke Schwerlastrakete »New Glenn« des Raumfahrtunternehmens Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos ist vor einem geplanten Start explodiert. Bei einem Routinetest der unbemannten Rakete auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida war auf einem Livestream eine große Explosion samt riesigem Feuerball zu sehen. 

Bei dem Test habe es eine »Unregelmäßigkeit« gegeben, teilte Blue Origin auf der Plattform X mit. »Es werden keine Mitarbeiter vermisst. Sobald wir mehr wissen, werden wir die Informationen weitergeben.« Milliardär Bezos schrieb auf X, die Untersuchungen zur Unglücksursache liefen bereits. »Sehr harter Tag, aber wir werden wieder aufbauen, was auch immer wieder aufgebaut werden muss, und wir werden wieder fliegen. Es lohnt sich«, schrieb er. 

Die Explosion der vierten »New Glenn« bei einem Bodentest

Bei Tests sollten Triebwerke zünden, aber die Rakete nicht starten

Bei dem Test vor dem geplanten vierten Start der »New Glenn« sollten die Triebwerke gezündet werden, die Rakete aber am Boden bleiben. Der Start war Medienberichten zufolge ursprünglich frühestens für die kommenden Woche geplant. Die Rakete sollte 48 Satelliten für das Satelliten-Internetsystem von Amazon ins All bringen.

Mit der »New Glenn« will Blue Origin dem Unternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk Konkurrenz machen, das aktuell die kommerzielle Raumfahrt dominiert. Die Explosion ist dabei ein großer Rückschlag. »Äußerst bedauerlich«, kommentierte Konkurrent Musk auf der Plattform X ein Video der Explosion. »Raketen sind schwierig.«

NASA unterstützt Untersuchung

Die US-Raumfahrtbehörde NASA werde die Untersuchung des Vorfalls unterstützen und dann über mögliche Auswirkungen auf eigene Raumfahrtprogramme informieren, schrieb NASA-Chef Jared Isaacman bei X. Die NASA arbeitet bei ihrem Mondprogramm mit Blue Origin zusammen. 

Die Rakete »New Glenn« – benannt nach John Glenn (1921–2016), dem ersten Amerikaner, der die Erde in einem Raumschiff umkreiste – hatte es beim Erstflug im Januar 2025 direkt ins All geschafft. Beim zweiten Flug, rund zehn Monate später, hatte die Rakete zwei Marsorbiter der US-Raumfahrtbehörde NASA ins All gebracht. Auch der dritte Start im April hatte geklappt, allerdings war danach ein Satellit in eine falsche Umlaufbahn abgesetzt worden.

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