Merkur: Raumsonde BepiColombo im finalen Anflug auf Merkur

Seit dem 18. Oktober 2018 ist sie unterwegs, die europäische Merkurmission BepiColombo. Nun hat der endgültige Anflug auf den sonnenächsten Planeten begonnen. Am 3. September 2026 steht ein wichtiger Meilenstein bevor: An diesem Tag wird das Antriebs- und Transfermodul abgetrennt, das in den zurückliegenden acht Jahren für die Steuerung und die Anpassung der Sonnenumlaufbahn der Sonde an die Merkurbahn zuständig war. Es hat seine Aufgabe erfüllt und wird für den weiteren Flug nicht mehr benötigt. Die Doppelsonde, bestehend aus dem europäischen Mercury Planetary Orbiter (MPO) und der japanischen Magnetosphärensonde Mio, setzt ihren Flug fest zusammengekoppelt fort und nähert sich Merkur immer weiter an. Sie können die Abtrennung des Antriebsmoduls am 3. September ab 13:45 Uhr live verfolgen!
Am 21. November 2026 soll die Sonde den Plänen der Europäischen Weltraumagentur ESA zufolge in eine erste weite, stark elliptische Umlaufbahn eintreten, deren merkurnächster Punkt bei 674 Kilometern zur Oberfläche und der merkurfernste Abstand bei 178 000 Kilometern liegt, was etwa der halben Entfernung von der Erde zum Mond entspricht. Durch Schubmanöver mit dem Bordantrieb von MPO wird die Umlaufbahn um Merkur immer weiter abgesenkt, sodass um den 9. Dezember 2026 der japanische Orbiter Mio in einer elliptischen Bahn mit Abständen von 590 bis 11 640 Kilometern über der Merkuroberfläche abgesetzt wird. Circa eine Woche später wird der konische Schutzschild abgeworfen, der Mio in den letzten acht Jahren vor der Sonnenstrahlung geschützt hatte.
MPO setzt seinen Bordantrieb in der Folge weiter ein, um seinen endgültigen Arbeitsorbit von 450 bis 1500 Kilometern zu Merkur zu erreichen. Die Ankunft auf dieser Bahn ist für den 10. März 2027 vorgesehen. Ab April 2027 sollen dann beide Sonden mit der wissenschaftlichen Erkundung des sonnennächsten Planeten beginnen. Die japanische Sonde Mio widmet sich dabei dem Magnetfeld des sonnennächsten Planeten, seiner extrem dünnen Atmosphäre, die eher einem Hochvakuum entspricht, und dem Plasmaschweif. MPO dient vor allem der Erkundung der Merkuroberfläche und des Planeteninneren und setzt dafür unter anderem Kameras und Spektrometer ein, die der Bestimmung der chemischen Zusammensetzung der Oberfläche dienen. Der MPO setzt damit die Arbeiten der NASA-Mission Messenger fort und vertieft diese erheblich. Messenger erkundete Merkur in den Jahren 2011 bis 2015 von wechselnden Umlaufbahnen aus.
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