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Hayabusa2: Nicht irgendein Geröll

Im Februar 2019 landete Hayabusa2 für einen kurzen Moment auf Asteroid Ryugu. Die entnommenen Proben kommen erst im Dezember. Die Bilder gibt es jetzt schon.
Die Landung von Hayabusa2 steht unmittelbar bevorLaden...

Seine außerirdische Herkunft sieht man diesem Haufen aus Steinen nicht unbedingt an. Dennoch dauerte es über vier Jahre, bis die Kamera in Position war: Nach ihrem Start im Dezember 2014 flog die japanische Raumsonde Hayabusa2 zum Asteroiden Ryugu, umkreiste ihn mehrere Monate und landete dort am 21. Februar 2019 für einen kurzen Moment, um Proben zu entnehmen. Die dabei geschossenen Aufnahmen haben Wissenschaftler nun für eine Studie im Wissenschaftsmagazin »Science« analysiert.

Die Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt, dass die Oberfläche aus Geröll besteht, Steinen, die durch die schwache Schwerkraft des Himmelskörpers zusammengehalten werden. Schon vorher war den Forschern aufgefallen, dass manche Steine einen eher bläulichen und manche einen eher rötlichen Ton aufweisen. Wie dieser Unterschied zu Stande kam, konnten sich die Forscher zunächst nicht erklären. Dass es sich bei dem rötlichen Material nur um eine oberflächliche Erscheinung handelt, zeigte sich nun bei der Durchsicht der Bilder vom Abheben der Sonde: Dabei bliesen die Schubdüsen dunkles, feinkörniges Material weg, das vermutlich mit dem rötlicheren identisch ist.

© JAXA/U. Tokyo/Kochi U./Rikkyo U./Nagoya U./Chiba Inst. Tech./Meiji U./U. Aizu/AIST
Landung von Hayabusa2

Den Experten zufolge könnte sich die Rotfärbung ergeben haben, als der Asteroid eine andere Umlaufbahn als heute hatte, die ihn zeitweise viel näher an die Sonne führte. In der Hitze unseres Zentralgestirns verfärbten sich dann manche Gesteinspartien. Auch die Verteilung des roten Materials in der Kratertopografie des Himmelskörpers deute in diese Richtung, schreiben die Forscher.

Der rotierende Ryugu
Der rotierende Ryugu

Heutzutage kreist Ryugu auf einem Orbit zwischen den Bahnen von Erde und Mars um die Sonne. Er misst keinen ganzen Kilometer im Durchmesser und gehört zum Asteroidentypus der kohligen Chondrite. Das Gestein, aus dem er besteht, stammt vermutlich aus der Zeit, als im Sonnensystem die Planeten entstanden. Benannt ist er nach einem sagenhaften Unterwasserpalast eines Drachen in einer japanischen Volkssage. Sein Besucher Hayabusa2 befindet sich inzwischen wieder auf dem Rückweg. Im Dezember 2020 soll die Sonde eine Kapsel mit den entnommenen Proben auf der Erde abwerfen. Mehr über seine Zusammensetzung verrieten auch weitere Experimente der Sonde, so schoss sie beispielsweise mit einer Art Bordkanone ein Projektil auf den Asteroiden und setzte einen kleinen Lander namens MASCOT ab.

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