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Raumsonde: Marspassage von Psyche erfolgreich

Der Vorbeiflug der NASA-Raumsonde Psyche am 15. Mai 2026 war erfolgreich, jetzt treffen die an Bord gespeicherten Nahaufnahmen vom Roten Planeten ein. In der Zeit um den geringsten Abstand zum Mars musste die Sonde sich auf den Planeten ausrichten, sodass die Hauptantenne dabei nicht in Richtung Erde weisen konnte.
Eine Nahaufnahme des Mars mit seinem Mond Deimos, der als dunkler Schatten vor der hellen, kraterübersäten Oberfläche des Planeten vorbeizieht. Die Aufnahme zeigt die detaillierte Struktur der Marsoberfläche und die Bewegung des Mondes.
Der Vorbeiflug am Mars der NASA-Raumsonde Psyche war erfolgreich; die Raumsonde konnte Tausende von Bildern aufnehmen, die an Bord gespeichert wurden und nun allmählich zur Erde übertragen werden. Diese Aufnahme stammt von der ESA-Sonde Hera bei ihrer Marspassage im März 2025. Entsprechende Bilder von Psyche liegen noch nicht vor.

Am Abend des 15. Mai 2026 flog die NASA-Raumsonde Psyche in einem minimalen Abstand von 4500 Kilometern vorbei. Die geringste Distanz wurde um 21:28 Uhr MESZ erreicht. Während der dichtesten Annäherung musste die Sonde mit ihren Sensoren in Richtung des Roten Planeten ausgerichtet werden, sodass ihre Hauptantenne nicht zur Erde wies und alle Messdaten an Bord gespeichert wurden. Sowohl die Instrumente als auch die Hauptantenne sind fest am Körper der Sonde montiert und lassen sich nicht einzeln schwenken. Somit war es nicht möglich, die Tausenden von Bildern der beiden Bordkameras »live« zur Erde zu senden. Sie treffen nun nach und nach auf der Rohbilderseite der Psyche-Mission ein. Es lohnt sich also, immer wieder dort nachzusehen, was gerade frisch vom Mars kommt.

Der Kontrast der Rohbilder ist sehr gering, die Aufnahmen müssen in einem geeigneten Bildbearbeitungsprogramm entsprechend in Helligkeit und Kontrast angepasst werden (siehe »Mars am 15. Mai 2026«). Darin wurden drei Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Psyche von kurz vor dem Vorbeiflug zu einem Farbbild vereint. Es zeigt den sichelförmigen Mars und lässt Einzelheiten seiner Oberfläche erkennen. Zudem zeigen sich in der dünnen Marsatmosphäre feine Dunstschleier und Eiswolken.

Mars am 15. Mai 2026 |

Kurz vor dem Erreichen des geringsten Abstands zum Mars nahm die NASA-Sonde Psyche dieses Farbporträt des Roten Planeten auf. Es zeigt den Mars als schmale Sichel, auf der sich Oberflächenmerkmale erkennen lassen. Das Motiv gestaltete der Amateur-Bildbearbeiter Andrea Luck.

Mittlerweile sind bereits Nahaufnahmen vom Mars eingetroffen, die Psyche kurz nach dem Erreichen des geringsten Abstands zum Planeten aufgenommen hat. Das zweite Beispiel zeigt den Krater Huygens nahe am Marsäquator, der einen Durchmesser von 470 Kilometern hat (siehe »Krater Huygens auf dem Mars«). Er ist ein Doppelring-Einschlagbecken, das beim Impakt eines großen Himmelskörpers entsteht. Nach einer Faustregel aus der Artillerie könnte der Impaktor einen Durchmesser von etwa 24 Kilometern gehabt haben; ein Explosionskrater ist im Allgemeinen etwa 20-mal so groß wie das einschlagende Objekt. Weitere Nahaufnahmen entstanden im Bereich der benachbarten Hoch- und Tiefebenen Syrtis Major und Isidis Planitia. In den nächsten Tagen werden viele weitere Bilder von der Raumsonde Psyche erwartet – dann dürften auch Bilder auftauchen, die den zurückweichenden Mars als weitgehend voll beleuchtete Scheibe zeigen.

Krater Huygens auf dem Mars |

Die Rohbilder der Raumsonde Psyche zeichnen sich leider durch sehr geringen Kontrast aus und bedürfen der Nachbearbeitung mittels professioneller Bildbearbeitungsprogramme. Hier ist der etwa 470 Kilometer große Einschlagkrater Hygens zu erkennen.

Der Multispectral-Imager an Bord der Sonde besteht aus zwei identischen Kameras mit einer Öffnung von 50 Millimetern und einer Brennweite von 148 Millimetern. Die Optiken sind katadioptrisch und bestehen aus einer Mischung von Linsen und spiegelnden Oberflächen. Beide Kameras sind im Bereich von 439 Nanometern (blaues Licht) bis 1015 Nanometern (nahes Infrarot) empfindlich und verfügen über neun unterschiedliche Farbfilter. Sie dienen außerdem der optischen Navigation und Feinausrichtung der Sonde.

  • Quellen
Bell, J.F. et al., Space Science Reviews, 10.1007/s11214–025–01169–3, 2025

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