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News: Raumsonde Messenger passiert die Venus

Um den innersten Planeten Merkur erreichen zu können, wird die kleine US-Raumsonde Messenger am 6. Juni an der Venus Schwung holen. Den Vorbeiflug werden die Wissenschaftler der NASA für zahlreiche Beobachtungen unserer Nachbarwelt nutzen.
Raumsonde Messenger erkundet die Venus
Die dichteste Annäherung an die Venus erfolgt am 6. Juni um 5:10 Uhr (MESZ) in einer Höhe von 313 Kilometern über der Oberfläche des Planeten. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Messenger auf der Nachtseite, sodass die Sonde dann keine Bilder aufnehmen kann. Beim Anflug liegt dagegen die Venus im vollen Sonnenlicht, sodass die Sonde Hunderte von Fotos der dichten Atmosphäre schießen wird.

Dies ist nicht der erste Vorbeiflug von Messenger an der Venus, bereits am 24. Oktober 2006 passierte die Sonde unsere Nachbarwelt in einer Distanz von rund 3000 Kilometern (siehe Rendezvous mit der Höllenwelt). Da sich aber Venus zu dieser Zeit in Konjunktion zur Sonne befand, konnte Messenger keine Daten zur Erde übermitteln: Während dieser Konjunktion befanden sich die Venus und damit auch die Sonde von der Erde aus gesehen hinter unserem Tagesgestirn. Deshalb mischte sich das Rauschen der Sonne in die Funksignale der Sonde, sodass keine klare Kommunikation zwischen der Raumsonde und der Bodenkontrolle möglich war.

Die für den 6. Juni geplanten Beobachtungen werden mit der Raumsonde Venus Express der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA koordiniert, um die Venus gleichzeitig unter zwei verschiedenen Blickwinkeln aufnehmen zu können. Venus Express umkreist den zurzeit als funkelnden Abendstern sichtbaren Planeten seit April 2006.

Nach dem Venusvorbeiflug wird Messenger am 14. Januar 2008 erstmals Merkur passieren und sich seiner Oberfläche dabei bis auf 200 Kilometer annähern. Damit erreicht nach mehr als 33 Jahren wieder eine Raumsonde den sonnennächsten Planeten: 1974 übermittelte die bisher einzige Merkursonde, Mariner-10, die ersten Bilder von seiner Oberfläche. Sie enthüllten eine kraterbedeckte Landschaft, die auf den ersten Blick derjenigen unseres Mondes zum Verwechseln ähnlich ist.

Nach zwei weiteren Merkurvorbeiflügen im Oktober 2008 und im September 2009 soll Messenger am 18. März 2011 in eine Umlaufbahn um den Planeten einschwenken. Ihre Aufgaben sind die vollständige Kartierung seiner Oberfläche und die Untersuchung seines schwachen Magnetfelds.

Im Jahre 2013 wird die ESA eine eigene Raumsonde zum Merkur schicken: Die Mission BepiColombo soll im Jahre 2019 ebenfalls in eine Umlaufbahn einschwenken. BepiColombo besteht aus zwei Teilsonden, von denen eine der Fernerkundung des Planeten dient und die andere sein Magnetfeld und dessen Wechselwirkung mit dem Sonnenwind untersucht. Zu diesem Thema erscheint in der Juli-Ausgabe 2007 von Sterne und Weltraum ein ausführlicher Bericht; das Heft ist ab dem 19. Juni am Kiosk erhältlich.

TA

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