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Raumsonde: Raumsonde Psyche passiert den Mars

Am 15. Mai 2026 wird sich die Raumsonde Psyche dem Mars bis auf 4500 Kilometer annähern, um Schwung zu holen für die Reise zum gleichnamigen Asteroiden Psyche. Sie wird dabei Bilder und Messdaten vom Roten Planeten zur Erde übermitteln.
Zwei nebeneinanderliegende Bilder des Planeten Mars, aufgenommen am 28. Dezember 2024 um 20:00 UT und am 29. Dezember 2024 um 13:18 UT. Beide Bilder zeigen die charakteristische rötliche Oberfläche des Mars mit dunklen und hellen Bereichen, die unterschiedliche geologische Merkmale darstellen. Oben ist eine weiße Polkappe sichtbar. Die Bilder verdeutlichen die Rotation des Planeten innerhalb eines Tages.
Am 15. Mai 2026 dient der Rote Planet als Sprungbrett zum Asteroiden Psyche, wenn sich die gleichnamige NASA-Raumsonde bis auf 4500 Kilometer dem Roten Planeten annähert. Sie soll dabei Tausende von Bildern zur Erde übermitteln; die ersten Bilder sind schon jetzt verfügbar. Diese Aufnahmen stammen jedoch vom Weltraumteleskop Hubble.

Der Rote Planet wird nur selten von Raumsonden angeflogen, um sich durch dessen Schwerefeld zu einem weiter entfernten Objekt beschleunigen zu lassen, ein sogenanntes Swing-by-Manöver. Eine Ausnahme bildet die Raumsonde Psyche. Auf ihrem Weg zum Asteroiden (16) Psyche wird sie sich am 15. Mai 2026 dem Mars bis auf 4500 Kilometer Abstand zu dessen Oberfläche annähern. Zum Zeitpunkt der größten Annäherung wird sie sich mit etwa 5,5 Kilometern pro Sekunde (19 850 Kilometern pro Stunde) bewegen. Mit dem Vorbeiflug soll die Geschwindigkeit der Raumsonde so weit erhöht werden, dass sie in den Asteroiden-Hauptgürtel zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter vordringen kann. Dort wird sie sich im August 2029 dem gleichnamigen Asteroiden Psyche annähern und in eine Umlaufbahn um den im Mittel etwa 220 Kilometer großen Himmelskörper eintreten.

Den Vorbeiflug am Mars nutzt die NASA, um Beobachtungsstrategien zu erproben, die beim Anflug auf das finale Ziel zum Einsatz kommen sollen. Somit sind bei der Marspassage alle drei wissenschaftlichen Instrumente an Bord aktiv und sammeln Bilder und Messdaten des Planeten. Bereits ab dem 7. Mai 2026 begann der Multispectral Imager, die Kamera der Sonde, erste Bilder des Roten Planeten aus einem Abstand von 4,5 Millionen Kilometern aufzunehmen. Sie zeigen den Mars als schmale, oft überbelichtete Sichel, da der Anflug für die Passage am 15. Mai weitgehend auf der Nachtseite erfolgt. Erst wenn die Sonde den geringsten Abstand zum Mars erreicht hat und nach dem Vorbeiflug wird mehr von der beleuchteten Seite des roten Planeten sichtbar sein.

Die NASA stellt die Bilder vom Vorbeiflug vollständig und kostenlos zur Verfügung: Alle Aufnahmen werden kurz nach dem Empfang auf der Erde als Rohbilder auf der Missionswebsite veröffentlicht. Daran könnten sich andere Raumfahrtbehörden weltweit durchaus ein Beispiel nehmen. Das beigefügte Bild stammt vom 10. Mai 2026; es wurde um 8:58 Uhr MESZ aufgenommen und um 22:26 Uhr zur Erde übermittelt. Zu diesem Zeitpunkt war der Mars noch mehrere Millionen Kilometer entfernt. Er erscheint unter einem hohen Phasenwinkel, das heißt, man sieht hauptsächlich die dunkle Nachtseite und nur eine sehr schmale Sichel, auf der sich keine Details erkennen lassen. Ein niedriger Phasenwinkel bedeutet dagegen eine weitgehend voll beleuchtete Planetenscheibe.

Mars am 10. Mai 2026 |

Am 10. Mai 2026 nahm die NASA-Raumsonde Psyche den Mars aus einem Abstand von mehreren Millionen Kilometern auf. Der Anflug von Psyche erfolgte auf der Nachtseite, sodass der Planet als eine schmale und in diesem Fall auch überbelichtete Sichel erscheint. Auf dem Bild sind zudem Sterne und Rauschen zu erkennen, das durch den Beschuss des Bildsensors durch die allgegenwärtige kosmische Strahlung entsteht.

Die Aufnahmen dienen aber auch wissenschaftlichen Zwecken: So wird seit Längerem vermutet, dass durch den Einschlag von Mikrometeoriten auf den kleinen Marsmonden Phobos und Deimos Material herausgeschlagen wird, das sich als Ring oder Torus um den Roten Planeten ansammelt. Bislang ist es nicht gelungen, diesen möglichen Staubring nachzuweisen. Zudem soll mit der Sonde nach weiteren Monden gesucht werden, ähnlich wie sie es beim Anflug auf den Asteroiden Psyche im August 2029 machen wird. Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass Psyche einen weiteren Marsmond aufspüren wird – aber etwas Übung schadet nicht.

Vorbeiflug am Mars
NASA-Video zum Vorbeiflug der Raumsonde Psyche am Mars am 15. Mai 2026.

Nach dem Vorbeiflug am 15. Mai wird die Raumsonde den Roten Planeten noch für einige Tage im Blick behalten, der auf den Bildern immer weiter durch den zunehmenden Abstand schrumpfen wird. Daran schließt sich eine relativ ruhige Flugphase an, was sich jedoch ändert, sobald Psyche sich ihrem Hauptziel (16) Psyche annähert. Der Asteroid ist der größte derzeit bekannte Himmelskörper mit einem hohen Gehalt an metallischem Eisen und Nickel. Es wird vermutet, dass Psyche der Metallkern eines durch Einschläge zerstörten größeren Himmelskörpers ist. Die Mission soll diese und viele andere Fragen zu diesem Himmelskörper klären, über den bislang nur sehr wenig bekannt ist.

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