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Artensterben: Reduzierte Hummerfischerei hilft Nordkaper und Fischern

Eine Beschränkung der Hummerfischerei auf sechs Monate und auf ein Zehntel der bislang eingesetzten Fangkörbe könnte nicht nur den vom Aussterben bedrohten Atlantischen Nordkaper (Eubalaena glacialis) schonen, sondern bei gleichem Fangerfolg auch den Geldbeutel der Fischer. Zu diesem Ergebnis kommen Ransom Myers von der Dalhousie-Universität in Nova Scotia und seine Kollegen durch einen Vergleich der kanadischen mit der US-amerikanischen Hummerfischerei.

Die Nordkaper verheddern sich häufig in den Fangleinen von Fischernetzen und Hummerkörben, verletzen sich dabei oder können sogar ertrinken. Fotografien zeigen bei drei Viertel der Tiere entsprechende Spuren. Tödliches Verfangen in den Leinen gehört zu den größten Gefahren der vom Aussterben bedrohten Art, von der geschätzt nur noch 350 Individuen vor der Ostküste Nordamerikas vorkommen.

In Kanada wird nur in der Wintersaison nach Hummern gefischt, während die Fischer in Maine ihre Körbe das ganze Jahr ausbringen. Außerdem nutzen die US-Amerikaner acht- bis neunmal so viele Fangkörbe wie ihre kanadischen Kollegen. Trotzdem liegen ihre Erträge nur um dreißig Prozent höher. Die Wissenschaftler errechneten daraus, dass bei selbem Fangergebnis in den USA-Hummerfischregionen die 13fache Menge an Hummerkörben eingesetzt wird wie in Kanada. Bezogen auf die Gefährdung der Nordkaper hat damit ein in Kanada gefangener Hummer denselben negativen Effekt wie hundert in den USA gefischte. (af)

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