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Überfischung: Reduzierter Fischfang erhöht langfristig Gewinne

Reduzierten Fischer weltweit ihre Fänge, damit sich die Fischbestände erholen könnten, würden sie in Zukunft bei gleichem Aufwand mehr Fische fangen und so höhere Gewinne einfahren. Dies ergab eine Studie von Wissenschaftlern um den Ökologen Quentin Grafton von der Australian National University in Canberra.

Die Autoren untersuchten in ihrer Studie den Zusammenhang zwischen der Größe des Fischbestandes und der Rentabilität der Fangzüge von Fischern. Dabei verglichen sie sowohl schnell wachsende Tiere wie Tunfisch oder Riesengarnelen als auch langsam heranwachsende Arten wie den atlantischen Sägebauch. Dabei ermittelten sie, dass ein höherer Fischbestand die Kosten für die Fangzüge der Fischer massiv senken würde.

Auch den Preisverlust bei steigendem Angebot rechneten die Forscher in ihrer Studie mit ein. Selbst bei 25-prozentigen Preisverlusten für Tunfisch und Garnelen würden höhere Fischbestände demnach die Gewinne für die Fischer vergrößern. Die meisten Gewinne würden die Fischer einfahren, wenn sie die Bestände auf ein Maß anwachsen ließen, das über die bislang geltenden Richtlinien hinausgeht.

Bislang argumentieren Naturschützer bei den Fangquoten vor allem mit dem Argument der Nachhaltigkeit: Höhere Fischfänge führen langfristig zu Überfischung und letztlich zum Aussterben kommerzieller Fischarten. Für die Fischer, so argumentieren Quentin und seine Kollegen, sei dies ein schlechter Motivator, auf aktuelle Erträge zu verzichten. Der gewinnorientierte Ansatz jedoch zeige, dass die Fischer von heutigen Einsparungen zukünftig durchaus profitieren könnten – wenn es gesetzliche Regelungen gebe, die sie auch am künftigen Gewinn beteiligten. Australien will als erstes Land einen entsprechenden Ansatz überprüfen.

Derzeit gelten nach Schätzungen der FAO etwa ein Viertel der Fischbestände als überfischt – ihre Mengen sind so klein, dass es ihnen nicht gelingt, sich auch langfristig wieder zu erholen. (tak)

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