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Geologie: Regenwasser dringt zehn Kilometer tief in die Erdkruste

Wenn Druck und Temperatur so hoch werden, dass Gestein plastisch fließt, ist Regenwasser der Weg nach unten versperrt, dachte man bisher. Das stimmt nicht.
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An der Erdoberfläche ist Gestein brüchig und spröde und bietet Regenwasser mit Klüften und Verwerfungen genug Wege in größere Tiefen. Doch in größeren Tiefen fängt das Gestein an, durch Druck und Hitze plastisch zu fließen – hier gibt es keine Klüfte mehr, und deswegen ist für Regenwasser hier Schluss. Dachte man jedenfalls bisher. Doch ein Team um Catriona Menzies von der University of Southampton hat nun in Gesteinen aus bis zu zehn Kilometer Tiefe Regenwasser gefunden – aus jener Region im untersten Stockwerk eines Gebirges, in der Temperaturen um 300 Grad herrschen und das Gestein sich verhält wie extrem dickflüssiger Honig und alle Fugen nahtlos schließt.

Die Forscherinnen aus Großbritannien und Neuseeland untersuchten mikroskopische Flüssigkeitseinschlüsse in Quarzadern der südlichen Neuseeländischen Alpen, die in großer Tiefe unter diesen so genannten metamorphen Bedingungen entstanden. Auf der Grundlage von Isotopenmessungen schließen sie aus, dass das Wasser magmatischen Ursprungs oder während der Metamorphose freigesetztes Kristallwasser ist – es muss während der Gebirgsbildung von der Oberfläche bis zu zehn Kilometer tief in die Erdkruste vorgedrungen sein. Diese unerwartete Erkenntnis wirft ein neues Licht auf Phänomene wie Erdbeben oder die Bildung von Erzlagerstätten, die mit Wasser in Zusammenhang stehen.

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