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News: Regierungsbericht: Keine Erholung des deutschen Waldes

In den deutschen Wäldern weist nach dem jüngsten Waldzustandsbericht jeder fünfte Baum deutliche Schäden auf. Obwohl der Anteil der leichteren Schäden um zwei auf 39 Prozent stieg, zog Bundeslandwirtschaftsminister Jürgen Borchert eine positive Bilanz. Entgegen früheren Prognosen habe sich der Zustand der Waldes in den 90er Jahren insgesamt gebessert, sagte der Minister heute bei der Vorstellung des Berichts in Bonn.
Als Grundlage für den Schadensbericht dienen Untersuchungen an mehreren hunderttausend Bäumen, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt werden. Hauptkriterium für den Gesundheitszustand ist der Blatt- oder Nadelverlust. Demnach zählten 1996 weiterhin 20 Prozent der Bäume zur Schadensklasse 2 (25 Prozent Verlust). Während bei Fichten und Kiefern eine leichte Besserung eingetreten sei, habe man bei Eichen und Buchen einen gegenläufigen Trend beobachtet, erklärte Borchert.

Weitere Hintergrundinformationen und eine Zusammenführung des vorhandenen Datenmaterials sollen nun helfen, die Ursachen des Waldsterbens besser zu begreifen. „Dazu haben wir Dauerbeoabachtungsflächen eingerichtet, wo nicht nur die Schadstoffeinträge, sondern auch natürliche Streßfaktoren wie Insektenfraß oder Trockenheit berücksichtigt werden können”, erläutert Joachim Block von der Forstlichen Versuchsanstalt Rheinland-Pfalz. Opposition und Umweltverbände hingegen betonten, daß in Sachen Waldsterben längst noch keine Entwarnung gegeben werden könne. Nach Ansicht des SPD-Umweltexperten Michael Müller müßten die Stickstoffemissionen aus dem Autoverkehr mittels Ökosteuer und Tempolimit drastisch reduziert werden.

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