Direkt zum Inhalt

Ferne Sonnensysteme: Reichlich Wasser und organische Moleküle um jungen Stern entdeckt

Ein junges SonnensystemLaden...
Mit Hilfe des Weltraumteleskops Spitzer entdeckten Astronomen Spuren von Wasser und einfachen organischen Molekülen in der inneren Staub- und Gasscheibe um den Stern AA Tauri. Dieser befindet sich heute womöglich in einem ähnlichen Zustand wie die Sonne vor rund 4,5 Milliarden Jahren. Damit bieten die neuen Beobachtungen einen Blick auf die Bausteine unseres eigenen Planetensystems.

John Carr vom Naval Research Laboratory in Washington und Joan Najita vom National Optical Astronomy Observatory in Tucson berichten, dass die Materiescheibe um AA Tauri innerhalb von drei Astronomischen Einheiten Wasser, Kohlendioxid, Acetylen und andere einfache Moleküle enthält [1]. Die Zusammensetzung der Gas- und Staubscheibe kann Hinweise auf die physikalischen und chemischen Prozesse während der Bildung von Planetensystemen geben, glauben die Forscher. Bisher stammen die meisten Hinweise über die chemische Zusammensetzung des frühen Sonnensystems aus Kometen und Meteoriten.

Astronomen um William Herbst von der Wesleyan-Universität im US-Bundesstaat Connecticut haben zudem erstmals sandähnliche Partikel in der protoplanetaren Scheibe um den Doppelstern KH 15D im Sternbild Einhorn gefunden [2]. Mit einem Durchmesser von etwa einem Millimeter sind diese deutlich größer als bisher beobachtete Staubteilchen. Das Team führte fotometrische und spektroskopische Analysen von Daten durch, die während der vergangenen zwölf Jahre von einem Dutzend Observatorien, darunter das Keck-Observatorium in Hawaii und das Very Large Telescope in Chile, gemacht wurden.

Dabei fahndeten sie nach dem von den kleinen Körnern reflektierten Licht und wurden in einer Distanz von dem Stern fündig, der dem Abstand von Erde und Sonne gleicht. Wissenschaftler vermuten, dass Planetensysteme entstehen, wenn Gas- und Staubwolken um junge Sterne kondensieren, sich mikroskopisch kleine Sandkörner bilden und diese schließlich zu Geröll und ganzen Planeten anwachsen. Somit liefert auch ihre Studie wertvolle Hinweise auf die Entstehung von erdähnlichen Planeten. (mp)
14.03.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 14.03.2008

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Themenkanäle

Partnervideos