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Genetik: Reisgenom fertig entziffert

Reis
Die nahezu komplette Erbgutsequenz des Reis (Oryza sativa) liegt vor. Damit ist nach der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) das zweite Pflanzengenom bekannt.

Oryza sativa | Das Erbgut von Reis (Oryza sativa) ist jetzt fast vollständig entziffert.
Bereits 2002 präsentierten mehrere Arbeitsgruppen – darunter auch von den Konzernen Syngenta und Monsanto privat finanzierte – Rohfassungen des Erbguts der wichtigsten Ackerpflanze der Menschheit. Jetzt konnte das 1998 gegründete und unter japanischer Federführung durchgeführte Internationale Reis-Genom-Sequenzierungs- Projekt die Reihenfolge von 95 Prozent der 389 Millionen DNA-Bausteine aufklären.

Insgesamt 37 544 Gene – aufgeteilt auf zwölf Chromosomen – spürten die Genetiker auf. Während 90 Prozent der Genprodukte von Arabidopsis auch im Reis vorkommen, teilt das Getreide nur 71 Prozent seiner Proteine mit der Ackerschmalwand. Damit offenbart sich nach Ansicht der Wissenschaftler ein hoher Anteil spezifischer Reisgene.

Die Entzifferung des Erbguts soll neue Möglichkeiten aufzeigen, die Widerstandskraft der Pflanze gegen Krankheiten zu verbessern und die Erträge zu steigern. Das Reisgenom ist für die Forschung auch wegen der engen Verwandtschaft mit anderen Getreidearten wie Weizen, Roggen, Gerste, Mais, Hirse und Zuckerrohr interessant.

Für mehr als die Hälfte der Menschheit stellt Reis das Hauptnahrungsmittel dar. Nach Schätzungen von Agrarwissenschaftlern muss innerhalb der nächsten zwanzig Jahre die Produktion um dreißig Prozent gesteigert werden, um den Bedarf der wachsenden Weltbevölkerung zu decken.

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