Symbiose: Saugfische verstecken sich im After von Mantarochen

Fachleute von der University of Miami haben sieben Fälle dokumentiert, in denen Fische aus der Familie der Schiffshalter (Echeneidae) bei Mantarochen in die Kloakenöffnung eindrangen, die zum Koten, Urinieren und zur Paarung dient. Schiffshalter, manchmal nach einer der Gattungen als Remoras bezeichnet, sind dafür bekannt, sich an Rochen, aber auch an Haien, Delfinen, Booten und sogar Tauchern festzusaugen.
Dieses »Kloaken-Tauchen« sei zumindest aus Sicht der Wirte ein unerwünschtes Verhalten: »Es sieht nicht so aus, als würde es dem Mantarochen gefallen«, sagte Catherine Macdonald, leitende Autorin der Studie und Meeresbiologin an der University of Miami, gegenüber der »New York Times«.
Für die Saugfische könnte das Einschlängeln in den After der Mantas jedoch mehrere Vorteile bieten, vermuten die Autoren: als praktisches Versteck vor Raubtieren, als Futterquelle – Schiffshalter fressen typischerweise Exkremente, Nahrungsreste und Parasiten ihrer Wirte – oder einfach als Mitfahrgelegenheit.
Dass sich die Fische in den »halbinneren Strukturen« anderer Meereslebewesen verstecken, ist laut Macdonald und ihren Kollegen bekannt. Sie wurden bereits in den Kiemen und Kloakenöffnungen von Walhaien sowie in den Mäulern von Zitronenhaien gefunden. »Allerdings behindern die begrenzten Beobachtungen dieses geheimnisvollen Verhaltens wissenschaftliche Beschreibungen der Mechanismen, die ihr Auftreten bestimmen«, fügen die Experten hinzu.
Es sei durchaus möglich, dass bereits ein mittelgroßer Schiffshalter das Paarungsverhalten, die Lebendgeburt oder die Defäkation eines Mantas behindern könnte, wenn er sich längere Zeit in dessen Kloake aufhält. Es ist allerdings noch unklar, wie lange das tatsächlich der Fall ist.
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