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Kometensonde Rosetta: Rosetta: Rendezvous rückt näher

Während sich die Raumsonde Rosetta dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko nähert, zeichnet ihre Kamera ein immer klareres Bild von der Oberfläche des Körpers. Am Mittwoch, den 6. August 2014, dem Tag der offiziellen Ankunft, wird das nächste Kurskorrekturmanöver in einer Entfernung von rund 100 Kilometern gezündet. Wie geht es dann weiter?
67P/Tschurjumow-Gerasimenko am 1. August

Zehn Jahre nach ihrem Start im März 2004 befindet sich die Raumsonde Rosetta kurz vor ihrem Ziel, dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Mehr als sechs Milliarden Kilometer hat sie auf ihrer Reise durch das Sonnensystem zurückgelegt und mehrfach bei Vorbeiflügen an der Erde und dem Mars Geschwindigkeit aufgenommen, um eine Umlaufbahn um die Sonne einzuschlagen, welche die Bahn des Kometen kreuzen würde. Weniger als 500 Kilometer trennen nun die Sonde von ihrem Ziel und täglich erreichen neue Aufnahmen, die immer mehr Details von der Oberfläche des Kometen preisgeben, die Öffentlichkeit.

Bild der Kamera OSIRIS vom 1. August 2014 | Dieses Bild der Kamera OSIRIS auf der Raumsonde Rosetta zeigt den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko am 1. August in einer Entfernung von rund 1000 Kilometern. Der schwarze Fleck ist ein Bildartefakt, der durch einen defekten Pixel auf dem Kamerachip verursacht wird.

Dabei nimmt der Körper zunehmend klarere Formen an. Die Bilder sind aber nicht nur beeindruckend, sondern erfüllen einen wichtigen Zweck. Sie dienen der genauen Inspektion des Kometen, die für die zukünftige Kursplanung notwendig ist. Im Verlauf der kommenden Wochen soll Rosetta in einer engen Umlaufbahn um das Objekt platziert werden. Dazu ist es wichtig, den Körper und seine Eigenschaften zu untersuchen. Ein genaues Modell der Topografie des Kometen und seines Schwerefelds sind für die Steuerung von größter Bedeutung. Aber auch die Eigenschaften seiner Koma, einer dünnen Hülle aus Gas und Staubpartikeln, spielen eine wichtige Rolle. Diese aktive Region entsteht durch die temperaturbedingte Verdampfung flüchtiger Stoffe auf der Oberfläche. Das Gas übt einen Eigendruck aus und beeinflusst damit die Flugdynamik der ferngesteuerten Sonde, die somit auf eine recht- und daher frühzeitige Übermittlung der Befehle für anstehende Kursänderungen durch das Satellitenkontrollzentrum der ESA angewiesen ist.

Mit Hilfe des nächsten Abbremsmanövers am 6. August wird die letzte Phase der Annäherung eingeläutet. Dann werden Rosetta und der Komet nur noch rund 100 Kilometer voneinander getrennt sein. Im weiteren Verlauf wird sich die Sonde auf dreieckförmigen Bahnen langsam an den Kometen herantasten. Kontrolliert wird diese Annäherung anhand von Triebwerkszündungen an den Wendepunkten in einem Rhythmus von drei bis vier Tagen, bis in einem Abstand von rund 30 Kilometern die Schwerebeschleunigung des Körpers ausreichen sollte, um in eine echte Umlaufbahn einzuschwenken. Die Missionsplanung sieht einen engen Orbit in Höhen von vielleicht rund zehn Kilometern vor, doch letztlich wird die Komaaktivität entscheidend dafür sein, wie nah die Sonde dem Kometen kommen kann.

Der Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko aus 500 Kilometern Entfernung | Eine Aufnahme der Navigationskamera des Kometen vom 2. August 2014. Die Entfernung beträgt nur noch rund 500 Kilometer.
NAVCAM-Aufnahme vom 3. August | Das zurzeit aktuellste öffentliche Bild des Kometen lieferte die Navigationskamera am 3. August.

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