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Kometenforschung: Rendezvous mit Tempel-1

Die US-Raumsonde Stardust passiert den Kometen Tempel-1
Der Komet Tempel-1 erhält in Bälde zum zweiten Mal in seiner Existenz Besuch von der Erde: Am Dienstag, den 15. Februar 2011 um 5:37 Uhr MEZ, wird die US-Raumsonde Stardust-NExT dicht an seinem eisigen Kern vorbeifliegen und dabei Bilder und Messdaten zur Erde funken. Bereits vor etwas weniger als sechs Jahren erhielt Tempel-1 schon einmal Besuch von der Erde. Am 4. Juli 2005 flog die US-Raumsonde Deep Impact dicht am Kern des Kometen vorbei und ließ dabei einen 372-Kilogramm-Impaktor von der Größe eines Kühlschranks hart auf dessen Oberfläche aufschlagen.

Die Wucht des Einschlags setzte eine große Fontäne aus Gas und Staub frei und es entstand dabei ein neuer künstlicher Krater auf der Oberfläche von Tempel-1. Leider blieb die Fontäne während des raschen Vorbeiflugs von Deep Impact so dicht, dass es nicht möglich war, mit den Kameras der Sonde die Größe und Form des Kraters zu ermitteln. Dies soll nun die Raumsonde Stardust-NExT nachholen.

Im kurzen Zeitraum der dichtesten Annäherung 72 soll sie hoch aufgelöste Bilder der Oberfläche des Kometenkerns aufnehmen und Messdaten über die Gase und Staubmassen im Umfeld des Kerns liefern. Neben den Bildern des künstlichen Einschlagkraters sind die Forscher gespannt, inwieweit sich die übrige Oberfläche des Kometenkerns seit dem Vorbeiflug von Deep Impact verändert hat. Tempel-1 durchlief erst kürzlich seine dichteste Annäherung an die Sonne, so dass wegen der Erwärmung durch die Sonnenstrahlung große Mengen an Gas und Staub freigesetzt werden. Somit sollte sich die Oberfläche des Kerns in stetigem Wandel befinden.

Die Raumsonde Stardust ist schon ein Weltraumveteran und schon rund zwölf Jahre im All. Sie wurde im Jahre 1999 gestartet und flog im Jahre 2004 dicht am Kern des Kometen Wild-2 vorbei. Mittels eines speziellen Probenauffängers und einer Rückkehrkapsel brachte sie im Januar 2006 zum ersten Mal Proben des Kometenstaubs zur Erde. Da sich die Sonde nach der Ablieferung der Probenkapsel noch in gutem Zustand befand, entschloss sich die NASA, Stardust zu einem weiteren Schweifstern zu schicken. Die Wahl fiel auf Tempel-1. Den neuen Missionsabschnitt taufte die NASA Stardust-NExT, was für New Exploration of Tempel-1, neue Erkundung von Tempel-1, steht.

Am Samstag, dem 12. Februar 2011, führte die NASA das letzte Steuermanöver der Sonde durch, um den Vorbeiflug fein abzustimmen. Stardust-NExT wird sich dem Kern auf eine Distanz von 191 Kilometern mit einer Unsicherheit von elf Kilometern nähern. Die dichteste Annäherung findet um 5:37 Uhr MEZ statt. Die Funklaufzeit der Sondensignale zur Erde beträgt elf Minuten, so dass wir erst um 5:48 Uhr MEZ über Wohl oder Wehe der Sonde erfahren. Rund drei Stunden nach dem Vorbeiflug soll die Sonde damit beginnen, die Bilder von der dichtesten Annäherung zur Erde zu funken. Die NASA hofft, die ersten Bilder gegen 19 Uhr MEZ am 15. Februar präsentieren zu können.

Tilmann Althaus

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