Reptilien: Zoologen beschreiben drei neue, spektakuläre Waranarten

Immer wieder gab es seit der Jahrtausendwende Gerüchte und Hinweise wie Fotos, dass es im Nordosten Australiens unbekannte Felswaranarten geben könnte – Hunderte Kilometer entfernt von den bekannten Vorkommen im Westen des Landes. Doch erst eine gezielte Nachsuche von Zoologen um Stephen Zozaya von der Australian National University in Canberra konnte das Rätsel lösen. Und sie beschreiben nicht nur eine neue Art aus der Verwandtschaft des großen Komodowarans, sondern gleich drei bislang unbekannte Vertreter der Felswarane. Sie belegen, dass die australische Reptilienfauna artenreich und bislang nur unzureichend erforscht ist.
Die Arbeitsgruppe ging zuerst davon aus, dass es sich nur um eine einzelne Art handelt, die auf Felsen lebt, die aus der tropischen Savanne Queenslands ragen: Die verschiedenen Tiere unterscheiden sich deutlich in ihrer Kopffärbung, doch kommen entsprechende Varianten bei Eidechsenartigen regelmäßig vor. Eine genetische Untersuchung zeigte dann jedoch, dass sie sich sehr deutlich unterscheiden: Tatsächlich hatten sie sich über Millionen Jahre getrennt voneinander entwickelt. Letztlich stellen Zozaya und Co. den Orangeköpfigen (Varanus umbra), den Gelbköpfigen (Varanus phosphoros) und den Regenbogen-Felswaran (Varanus iridis) vor.
Begünstigt wurde die Entstehung der drei Arten wahrscheinlich durch die starke räumliche Trennung dieser drei an felsige Ökosysteme angepassten Spezies. Zwischen den einzelnen Populationen klaffen nach bisherigen Kenntnissen Hunderte Kilometer große Lücken. Sie sind eng an bestimmte Lebensbedingungen gebunden, die nur lokal vorhanden sind. Die genauen Fundorte sollen deshalb nicht genannt werden, um Störungen durch illegale Tierfänger oder auch Naturliebhaber zu minimieren. Manche dieser Plätze befinden sich in der Nähe relativ großer Orte im nordöstlichen Australien und sind daher relativ leicht zugänglich. Andere befinden sich hingegen mitten in der Wildnis.
Die drei Felswaranarten gehören zu einer Eidechsenlinie, die auch den bekannten Komodo- und den Bindenwaran umfasst – beide sehr große, charismatische Spezies. Felswarane hingegen sind relativ klein, mehren aber Australiens Reptilienvielfalt: Der Fünfte Kontinent weist eine hohe Biodiversität an Schlangen und Echsen auf, die noch lange nicht vollständig erfasst ist. Die Liste der bekannten Spezies wächst nach Aussagen der beteiligten Forscher jedes Jahr rapide weiter. Große Teile des Outbacks seien nur unzureichend erfasst.
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