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Hirnforschung: Rezeptoren sorgen für die Stimme der Vernunft

Die Reaktion eines Menschen auf Gefahr ist nicht nur eine Frage seines Temperaments. Auch die Anzahl seiner Rezeptoren für den Glücksbotenstoff Serotonin in einer bestimmten Region des Gehirns spielt dabei eine zentrale Rolle, so das Ergebnis einer Studie an der Universität Pittsburgh.

Wie Ahmad Hariri und sein Forscherteam bei näherer Untersuchung des subgenualen präfrontalen Kortex herausgefunden haben, korrelieren Anzahl und Anteil der dortigen Serotoninrezeptoren mit der Amygdala – jener Hirnregion, die für die Enstehung von Ängsten und anderen Gefühlen zuständig ist. Wie nun die emotionale Antwort auf einen Stressimpuls ausfällt, hängt dabei der Studie zufolge von dem Verhältnis von zwei verschiedenen Rezeptortypen ab, welche die Wirkung des Serotonins auf ein Neuron bestimmen. Einer davon heißt 5-HT1A. Er blockiert Neuronen, sobald sich Serotonin an ihm bindet. Im Unterschied dazu versetzt der zweite Rezeptor namens 5-HT2A die Zellen in einen angeregten Zustand.

Mittels Positronen-Emissions-Tomografie (PET) entdeckten die Wissenschaftler deutliche Unterschiede bei der Dominanz eines der beiden Rezeptortypen: Probanden, bei denen 5-HT1A im subgenualen präfrontalen Kortex in der Überzahl war, zeigten eine geringere Aktivität in dieser Hirnregion. Gleichzeitig erschien ihre Amygdala stärker angeregt zu sein als bei Personen mit umgekehrtem Rezeptorverhältnis.

Auf Grund dieser Beobachtungen vermuten die Forscher, dass die Serotoninrezeptoren vom Typ 5-HT1A quasi als Stimme der Vernunft für Rationalität in den Denkprozessen sorgen, die im subgenualen präfrontalen Kortex stattfinden. Ohne sie könnte die Amygdala den Gefühlen freien Lauf lassen.

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