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Artenschutz: Riesenhaie queren den Atlantik in großer Tiefe

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Riesenhaie (Cetorhinus maximus) bleiben ihren gemäßigt warmen, kontinentnahen Lebensräumen weniger treu als bislang vermutet. Stattdessen wandern sie teilweise über weite Strecken durch den Ozean, ergaben Markierungsexperimente der Organisation Marine Conservation International.

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Riesenhai Cetorhinus maximus | Der Riesenhai Cetorhinus maximus ist bedroht – wahrscheinlich leben weltweit nur noch gut 8000 Tiere.
Ein vor den Britischen Inseln markierter weiblicher Hai schwamm demnach innerhalb von 82 Tagen fast 10 000 Kilometer weit über den Atlantik nach Neufundland und tauchte dabei bis auf Tiefen von mehr als 1200 Metern. Damit sei bestätigt, dass sich die Riesenhai-Populationen Europas und Amerikas durchaus mischen könnten, schlussfolgern die Wissenschaftler um Mauvis Gore.

Dies war bislang ausgeschlossen worden, was der Befürchtung Nahrung gegeben hatte, die vereinzelten Restpopulationen der bedrohten Spezies könnten sich wegen ihrer geringen Kopfzahl bald nicht mehr erhalten. Besonders die asiatischen Riesenhaigründe sind wegen der anhaltend starken Nachfrage nach Haiflossen bedroht, während sich europäische Populationen nach der Einführung von Schutzprogrammen langsam zu erholen scheinen. Schutzmaßnahmen könnten nur greifen, wenn die global wandernden Tiere auch überall geschützt werden, so Gore und Kollegen.

Der Riesenhai ist der zweitgrößte Fisch nach dem Walhai. Insgesamt leben nach Schätzungen noch 8200 Tiere weltweit. (jo)
28.05.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 28.05.2008

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  • Quellen
Gore, M.A. et al.:Transatlantic migration and deep mid-ocean diving by basking shark. In: Proceedings of the Royal Society Biology Letters 10.1098/rsbl.2008.0147, 2008.

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