Direkt zum Inhalt

Tiefsee: Riesenwürmer regierten wohl schon den Urozeanboden

Riesige Würmer regten schon immer die Fantasie von uns Menschen an. Womöglich besiedelten die Tiere schon früh die Meere.
Riesenborstenwurm

Mit ihren kräftigen Kiefern und dem schlauchartigen Körper wirken Bobbitwürmer (Eunice aphroditois) wie Gestalten aus einem Alienfilm. Wenn sie dann einen ahnungslosen Fisch, der sich ihrem Maul nähert, blitzschnell packen und in den Meeresboden reißen, ist das Grauen für menschliche Beobachter perfekt. Bis zu drei Meter lang können diese Ringelwürmer werden. Und eine Studie eines Teams um Yu-Yen Pan in »Scientific Reports« zeigt, dass verwandte oder zumindest ähnliche Arten schon vor 20 Millionen Jahren im Ozeangrund gelebt haben könnten. Darauf deuten zumindest versteinerte Wohnröhren hin, die von wurmartigen Tieren stammen sollen.

Wegen ihrer weichen Körper hinterlassen Würmer praktisch keine direkten fossilen Spuren, so dass ihre evolutionäre Geschichte oft indirekt entschlüsselt werden muss. Pen und Co analysierten daher versteinerte Sedimentschichten aus dem Miozän vor 20 Millionen Jahren, die im Nordosten Taiwans frei gelegt wurden. Darin fanden sich zahlreiche L-förmige Gänge mit einer Länge von bis zu zwei Metern und einem Durchmesser von zwei bis drei Zentimetern. Form und Länge sowie die zeitübergreifende Störung in den Gesteinslagen führen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf die Grabungen von urzeitlichen Würmern zurück. Vor allem die federartigen Strukturen am oberen Ende des Schafts erinnern stark an die entsprechenden Ausstülpungen bei den heutigen Bobbitwürmern.

Ausgehend von jenen Spurenfossilien benennen Pen und Co die Tiere als Pennichnus formosae. Sie vermuten, dass sie wie die Bobbitwürmer als Jäger im Untergrund lauerten und Beute rasch in die Tiefe zogen. Garnelen oder Muscheln schließen die Forscher hingegen als Tunnelbauer aus, da diese nach heutigem Wissen andere Höhlungen hinterlassen.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte