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Polarforschung: Roboter untersucht antarktisches Meereis aus der Tiefe

Ein Unterwasserroboter taucht unter das Meereis der Antarktis. Neben einer detaillierten 3-D-Karte liefert er auch neue Erkenntnisse darüber, wie dick das Eis dort tatsächlich ist.
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Bisher konnten Forscher sich die Eisschichten der Antarktis nur von oben anschauen. Um ihre Dicke zu bestimmen, waren sie auf die Daten von Satelliten oder Eisbohrungen angewiesen. Nun hat ein Team um Guy Williams vom Institute of Antarctic and Marine Sciences an der University of Tasmania erstmals einen Unterwasserroboter eingesetzt, der den Spieß umdreht und sich das Eis auf dem Meer von unten anschaut.

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Unterwasserroboter "SeaBED" | Im Gegensatz zu bisherigen Techniken, mit denen Forscher die Dicke des antarktischen Eises vermaßen, schaut sich SeaBED das Eis aus einer Tiefe von 20 bis 30 Metern von unten an.

"SeaBED" ist ein rund zwei Meter großes und 200 Kilogramm schweres, autonomes Unterwasserfahrzeug (AUV), das zwischen 20 und 30 Meter tief abtauchen kann. Sein Sonar ist nach oben gerichtet, damit es die Unterseite der Eisschollen untersuchen kann. Auf diese Weise sammelte der Roboter bereits zwischen 2010 und 2012 Daten an drei verschiedenen Orten auf der Antarktischen Halbinsel, die zusammen eine Fläche von 500 000 Quadratmetern abdecken. Mit diesen Messungen erstellten die Forscher eine detaillierte 3-D-Karte von der Topografie des antarktischen Meereises. Sie zeigt etwa, dass die Eisdicke stark variiert, stellenweise errechneten die Forscher sogar Werte von bis zu 17 Metern. Damit ist das antarktische Meereis möglicherweise doch noch dicker als bisher angenommen.

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