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Rohes Fleisch oder vegan: Welche Nahrung für Hunde am gesündesten ist

Rohes Fleisch, Fertigfutter oder vegan: Hundefutter wird immer vielfältiger. Überraschend positiv für die Tiere ist dabei eine rein pflanzliche Ernährung.
Hund mit Karotte

Der Markt für Hundefutter ist mittlerweile unüberschaubar. Halterinnen und Halter, die dabei den ökologischen Fußabdruck ihrer Lieblinge mindern wollen, können inzwischen sogar zu veganen Produkten greifen. Und diese scheinen der Gesundheit von Labrador, Dackel, Pudel und Co sogar zu nutzen, wie eine Studie von Andrew Knight von der University of Winchester und seinem Team in »PLOS ONE« nahelegt: Entsprechend versorgte Haustiere mussten seltener zum Tierarzt als mit konventionellem Futter gefütterte Artgenossen. Am besten schnitten jedoch Hunde ab, die rohes Fleisch erhielten.

Für ihre Studie verglich die Arbeitsgruppe mehr als 2500 Hunde, die sie in drei Gruppen einteilen konnte: 13 Prozent bekamen veganes Futter, ein Drittel fraß vor allem rohes Fleisch, und den restlichen 54 Prozent schütteten Herrchen oder Frauchen handelsübliche, prozessierte Dosen- oder Trockennahrung auf Fleischbasis in den Napf. Dies setzten Knight und Co dann zu verschiedenen Gesundheitsdaten der Tiere in Bezug, etwa der Anzahl der Besuche beim Tierarzt, ob sie Medikamente erhielten oder unter bestimmten Erkrankungen litten.

Am schlechtesten schnitten jene Hunde ab, die vorgefertigtes Industriefutter auf Fleischbasis verzehren durften. Der Anteil der Tiere, die unter gesundheitlichen Problemen litten, war in dieser Gruppe am höchsten und betrug knapp 50 Prozent, bei den veganen Tieren dagegen etwas mehr als ein Drittel. Die Rohfleischkonsumenten lagen dazwischen und mussten zudem am seltensten zum Tierarzt. Allerdings litten tatsächlich sie häufiger an Mangelernährung und wiesen am häufigsten Krankheitserreger auf, die mit rohem Fleisch in Verbindung gebracht werden. Zudem waren diese Tiere die durchschnittlich jüngste Kohorte, was das Ergebnis bezüglich der Arztbesuche etwas zu ihren Gunsten verzerrt haben könnte, schreiben die Autoren: Denn generell müssen jüngere Tiere seltener in die Praxis.

Umgekehrt könnten Halter, die ihre Hunde vegan ernähren, prinzipiell achtsamer und vorsichtiger mit ihren Lieblingen umgehen. Die bessere Gesundheit wäre dann nicht oder nicht nur ein Ergebnis der Ernährung, sondern ebenso der generellen Lebensumstände der Tiere. Knight und sein Team betonen auch, dass es sich vorerst nur um eine Korrelationsstudie handelt. Wegen ihres ökologischen Fußabdrucks steht die Haltung von Katzen und Hunden immer wieder in der Kritik, vor allem wegen ihres hohen Fleischbedarfs. Doch eine ausgewogene vegane Ernährung scheint nun auch für Hunde möglich.

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