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Kometensonde Rosetta

Rosetta: Der Zielkomet 67P ist ein Doppelkörper!

Update: Bilder der europäischen Raumsonde Rosetta vom 14. Juli 2014 zeigen deutlich die zweigeteilte Struktur von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko.
Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko am 14. Juli 2014

Update, 17. 7. 2014:

Um 15 Uhr MESZ gab das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen die nächsten offiziellen Rosetta-Bilder des Kerns von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko frei. Sie entstanden am 14. Juli 2014 aus einem Abstand von rund 12 000 Kilometern, was etwa der Entfernung von Deutschland nach Hawaii entspricht. Deutlich zeigt sich die zweigeteilte Struktur von 67P, die auch schon auf den Bildern vom 11. Juli 2014 (unten) deutlich hervortrat. Die Forscher des OSRIS-Teams um Holger Sierks am MPS fragen sich nun, ob die beiden Teile von 67P die gleiche chemisch-mineralogische Zusammensetzung aufweisen, oder ob sie sich unterscheiden. In letzterem Fall könnte es sich um zwei in unterschiedlichen Bereichen des äußeren Sonnensystems gebildete Himmelskörper handeln, die vor rund 4,5 Milliarden Jahren mit einander "verklebten". Die jetzt freigegebenen Bilder wurden mit einem Computer-Algorithmus geglättet, um die Form von 67P deutlicher hervorzuheben. Bis zur Ankunft von Rosetta am 6. August 2014 wird die Qualität der Aufnahmen noch beträchtlich besser werden.

Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko am 14. Juli 2014
Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko am 14. Juli 2014 | Rund 12000 Kilometer trennten am 14. Juli 2014 die europäische Raumsonde Rosetta vom Kern des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, als diese Aufnahme der OSIRIS-Kamera entstand. Das linke Teilbild ist eine Rohaufnahme, das rechte ein durch einen Computer-Algorithmus geglättetes Bild. Deutlich lässt sich die zweigeteilte Form des Kerns erkennen.
Die Rotation des Kerns von Tschurjumow-Gerasimenko
Die Rotation des Kerns von Tschurjumow-Gerasimenko | Eine Abfolge von 36 interpolierten Bildern des Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko, zwischen denen jeweils etwa 20 Minuten liegen. Die Bilder wurden am 14. Juli 2014 vom Kamerasystem OSIRIS an Bord der europäischen Kometensonde Rosetta aus einer Entfernung von etwa 12000 Kilometern aufgenommen.

Text vom 15. Juli 2014, 20 Uhr MESZ: Diese Sequenz aus neun Bildern, die mit dem Teleobjektiv der Osiris-Kamera an Bord von Rosetta entstanden, enthüllt deutlich, dass der Kern des Kometen 67P rund 4 x 3,5 Kilometer groß ist. Gut zu erkennen ist die Rotation des Himmelskörpers, der für eine Umdrehung 12,4 Stunden benötigt. Tschurjumow-Gerasimenko besteht klar aus zwei sich berührenden Körpern, von denen einer signifikant kleiner ist. Diese ungewöhnliche Form wird es den Missionskontrolleuren nicht einfacher machen, im November dieses Jahres die Tochtersonde Philae auf 67P aufsetzen zu lassen.

Der Kern des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko am 11. Juli 2014 (Aufnahme von Rosetta)
Der Kern des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko am 11. Juli 2014 | Diese Sequenz aus neun Bildern nahm die Telekamera Osiris an Bord der europäischen Kometensonde Rosetta am 11. Juli 2014 auf. Deutlich ist zu erkennen, dass der Kern von 67P aus zwei unterschiedlich großen Körpern besteht, die sich berühren. Der Kern benötigt für eine Rotation 12,4 Stunden.

Die Bilder wurden am Abend des 15. Juli 2014 auf der Homepage der französischen Raumfahrtbehörde CNES veröffentlicht, sind aber jetzt wieder verschwunden. Offenbar war die Freischaltung ein Fehler, denn die ESA veröffentlicht ihre Pressemitteilungen zu Rosetta derzeit im wöchentlichen Rhythmus und die nächste wird für den 17. Juli erwartet.

© ESA / Rosetta / MPS for OSIRIS Team / MPS / UPD / LAM / IAA / SSO / INTA / UPM / DASP / IDA / Animation: Sterne und Weltraum
Rotation des Kerns von Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Animation der neun Einzelaufnahmen (siehe Bild oben) der Telekamera Osiris an Bord der europäischen Kometensonde Rosetta am 11. Juli 2014. Deutlich ist zu erkennen, dass der Kern von 67P aus zwei unterschiedlich großen Körpern besteht, die sich berühren. Der Kern benötigt für eine Rotation 12,4 Stunden.
29. KW 2014

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 29. KW 2014

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  • Quellen
CNES, 15. Juli 2014

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