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Meeresökologie: Rostfreies Eisen im Ozean gefunden

Anscheinend kann Eisen(II)-oxid vom Meeresboden an die Oberfläche gelangen, ohne weiter zu dreiwertigem Eisen – dem Hauptbestandteil von Rost – zu oxidieren. Zu diesem Schluss kommt ein Team um Brandy Toner von der Woods Hole Oceanographic Institution, nachdem es Proben vom Ostpazifischen Rücken analysiert hatte.

Hydrothermalquelle
Sie stießen darin auf organische Verbindungen, die von hydrothermalen Quellen stammendes Eisen eingefangen hatten und es so durch das Wasser transportierten. In diesem Verbund schienen die Metallionen nicht mit Sauerstoff zu reagieren, was im freien Zustand schnell passieren würde. Wie viel Eisen(II)-oxid auf diese Weise an die Oberfläche gelangt, ist bislang allerdings noch unklar.

Eisen(III)-oxid ist für Meereslebewesen schwieriger im Stoffwechsel zu verarbeiten als in seiner Reinform oder in zweiwertigen Verbindungen, berichten die Wissenschaftler. Zudem würde Rost schneller als unlösliches Mineral ausfallen und wäre damit der ozeanischen Nahrungskette ebenfalls entzogen. Da Eisen eine entscheidende Rolle für das Leben von Algen spielt, raten einige Meeresforscher sogar dazu, die Ozeane mit diesem Metall zu düngen. In den meisten Teilen der Weltmeere sei Eisen der einzige Nährstoff, der einem schnelleren Wachstum im Weg stehe.

Bislang kannte man nur zwei Wege, wie Eisenpartikel ins Meer gelangen: Entweder werden sie durch Flüsse ausgespült und in die Ozeane geschwemmt oder erreichen diese mit Hilfe von Winden. Meist handelt es sich dabei jedoch auch um Eisen(III)-oxid. Die Neuentdeckung von Toners Team könnte also ein weiterer Mechanismus sein, der das Meer auf natürliche Weise mit Eisen versorgt. (mp)

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