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Zoophysiologie: Rote Muskulatur ermöglicht Haien ein Dasein als Dauerschwimmer

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Lachshaie (Lamna ditropis) können mit ihrer roten Muskulatur eine gegenüber dem Wasser hohe Körpertemperatur aufrechterhalten und so ihre ausdauernden Schwimmleistungen vollbringen. Dies fanden Wissenschaftler von der Universität von British Columbia heraus.

Unter der Leitung von Robert Shadwick untersuchte das Forscherteam die Körpertemperaturen von drei Lachshaien, die sie im Golf von Alaska eingefangen hatten. Für das Körperinnere ergab sich eine wesentlich höhere Temperatur von bis zu 26 Grad Celsius, die damit rund 20 Grad Celsius über der Wassertemperatur des Nord-Pazifiks lag.

Verantwortlich ist hierfür die rote Muskulatur, die das dauerhafte Schwimmen der Haie ermöglicht. Diese ist auf die Wärme angewiesen, die während ihrer stetigen Kontraktionsarbeit entsteht. Bereits bei rund zehn Grad Celsius über der Umgebungstemperatur erreichen die Muskeln weniger als fünfzig Prozent ihrer Leistungsfähigkeit. Für die kurzen "Sprints" ist demgegenüber die weiße Muskulatur zuständig, die in einem breiten Temperaturbereich leistungsfähig bleibt.

Im Gegensatz zu Fischen ist bei Haien die rote Muskulatur im mittleren Körperbereich, nahe der Wirbelsäule zu finden. Hitzeaustauscher im Gefäßsystem helfen die Wärme zurückzuhalten und ermöglichen so eine deutlich über der Umgebung liegende Körpertemperatur. Ein Abfall der Körpertemperatur auf Werte des umgebenden Wassers würde dem Hai ein Schwimmen unmöglich machen.
27.10.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 27.10.2005

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