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Roter Überriese: Beteigeuzes Begleiter wirft Wellen

Mit dem Weltraumteleskop Hubble und anderen Instrumenten wurde der vermutete Begleiter von Beteigeuze jetzt auch spektroskopisch nachgewiesen, denn er zieht eine Welle in der ausgedehnten Atmosphäre des Sterngiganten nach sich.
Eine künstlerische Darstellung eines roten Riesensterns im Weltraum, umgeben von einer leuchtenden, orangefarbenen Hülle aus Gas und Staub. Ein kleinerer, heller Punkt zieht eine lange, geschwungene Spur hinter sich her, die auf eine Wechselwirkung mit dem Stern hindeutet. Der Hintergrund zeigt einen dunklen, sternenübersäten Himmel.
Bugwelle | Innerhalb von sechs Jahren umrundet ein Begleitstern den Roten Überriesen Beteigeuze im Sternbild Orion und zieht dabei eine Welle in dessen äußeren Atmosphäre hinter sich her (Illustration). Der Begleitstern ist hier viel größer als in Wirklichkeit dargestellt, im richtigen Maßstab wäre er nur ein winziger, hier nicht sichtbarer Punkt.

Mithilfe von Daten des Weltraumteleskops Hubble (HST) und weiterer erdgebundener Instrumente konnte eine Gruppe um Andrea Dupree vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) in Cambridge, Massachusetts, den seit Langem vermuteten Begleiter des Roten Überriesen Beteigeuze im Sternbild Orion erstmals auch indirekt spektroskopisch nachweisen. Dieser bewegt sich während seiner rund sechs Jahre dauernden Umlaufzeit durch die extrem ausgedehnte Atmosphäre des Sterngiganten und erzeugt eine ausgeprägte Welle, die sich im Spektrum von Beteigeuze bemerkbar macht. 

Dafür beobachtete das Team um Dupree über acht Jahre hinweg den mit bloßem Auge gut sichtbaren rötlichen Stern in der Schulter des Himmelsjägers Orion mit dem HST und Teleskopen des Fred Lawrence Whipple Observatory und des Roque de Los Muchachos Observatory. Die Astronomen interessierten sich dabei besonders für die Spektrallinien des einfach geladenen Eisens (Fe II) im ultravioletten Wellenlängenbereich. Dort zeichnen sich sichtbare Änderungen ab, die durch den Umlauf des Begleiters um den Roten Überriesen erzeugt werden.

Befindet sich der Begleiter mit seiner Bugwelle aus unserer Sicht vor Beteigeuze, dann sind die Fe II-Spektrallinien leicht ins Blaue, also zu kürzeren Wellenlängen im Ultravioletten verschoben. Hält er sich dagegen hinter dem Riesenstern auf, dann erscheinen die Spektrallinien bei geringfügig längeren Wellenlängen, sind also rotverschoben. Diese Änderungen erfolgen in einem Rhythmus von 2100 Tagen, was rund 5,7 Jahren entspricht.

Die Welle des Begleiters im Spektrum | Im Ultravioletten bei einer Wellenlänge von etwa 2725 Angström oder 273 Nanometern konnte mit dem Weltraumteleskop Hubble der Umlauf des Begleiters von Beteigeuze im Bereich der Spektrallinien des einfach ionisierten Eisens (Fe II) nachgewiesen werden. Der Begleitstern erzeugt in der äußeren Atmosphäre des Sterngiganten eine ausgeprägte Welle, die sich spektroskopisch nachweisen lässt. Innerhalb von sechs Jahren, was der Umlaufperiode des Begleiters entspricht, werden die Spektrallinien der Welle ins Blaue verschoben, wenn sie auf uns zuläuft, und ins Rote, wenn sie sich von uns entfernt.

Beteigeuze befindet sich etwa 650 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Orion und weist etwa das 400-millionenfache Volumen unserer Sonne auf. Könnte man den Roten Überriesen in unser Sonnensystem verfrachten, so würde er sich über die Jupiterbahn hinaus erstrecken und hätte die inneren Felsplaneten längst »aufgefressen«. Beteigeuze ist einer der uns nächstgelegenen Sterne, die in einem astronomisch kurzen Zeitraum als Supernova explodieren werden. Er würde dann erheblich heller als die Venus an unserem Himmel aufleuchten. Aber niemand kann mit Sicherheit sagen, wann das geschehen wird.

  • Quellen
https://arxiv.org/abs/2601.00470

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