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Invasiver Giftfisch: Rotfeuerfisch dringt ins Mittelmeer vor

Dank gestiegener Wassertemperaturen fühlen sich die gefräßigen Rotfeuerfische offenbar auch im Mittelmeer immer wohler. Das Problem: Es fehlen natürliche Feinde.
RotfeuerfischLaden...

Wie jetzt eine systematische Suche ergab, ist der Rotfeuerfisch offenbar dabei, eine stabile Population im Mittelmeer aufzubauen. Innerhalb von nur einem Jahr hätten Exemplare der aus dem Roten Meer stammenden Art beispielsweise die Südostküste Zyperns besiedelt, berichten Wissenschaftler um Jason Spencer von der Plymouth University. Damit drohen sich Probleme zu wiederholen, die der Fisch bereits in den atlantischen Küstengewässern der USA machte.

Das Team um Spencer unternahm dazu Testfänge und studierte Berichte von Fischern und Meeresbiologen. Daraus gehe hervor, dass es sich bei den Sichtungen nicht um Einzeltiere handle. Stattdessen würden sich die Fische paaren und vermehren. Unter guten Bedingungen können Rotfeuerfische alle vier Tage laichen.

Der Indische Rotfeuerfisch gilt als Bedrohung für ein Ökosystem: wegen seiner Gefräßigkeit, weil er sich sehr schnell vermehren kann und weil er in der neuen Umgebung kaum natürliche Feinde hat. Dank seiner Giftstacheln ist Pterois miles vor Räubern gut geschützt. Beobachtungen zeigten, dass ein Rotfeuerfisch ohne natürliche Feinde bis zu 79 Prozent der Jungfische eines Riffs in nicht einmal fünf Wochen frisst.

Die Tiere dringen über den Sueskanal ins Mittelmeer vor, wo sie sich inzwischen auf Grund gestiegener Wassertemperaturen wohler fühlen als früher. Hinzu komme, dass der Kanal verbreitert und vertieft worden sei, erklären die Forscher.

In den USA gelangte der Fisch vermutlich aus Aquarien in die Umwelt. Dort laufen bereits Bekämpfungsprogramme. Dabei versuchen sich Biologen die Tatsache zu Nutze zu machen, dass Pterois miles nicht nur hübsch anzuschauen ist, sondern offenbar auch ausgezeichnet schmeckt.

26/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 26/2016

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