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Artenschutz: Rottete Buschbrand australische Vogelart aus?

Der Westliche Erdsittich gehört zu den seltensten Vogelarten der Erde. Nun hat ein Buschbrand seinen wichtigsten Lebensraum zerstört.
Westlicher Erdsittich

Mit einem gesamten Bestand von 110 bis 140 Tieren gehört der Westliche Erdsittich (Pezoporus flaviventris) zu den seltensten Wirbeltierarten der Erde. Zudem leben die Vögel nur in wenigen isolierten Gebieten im Südwesten Australiens – schon größere Naturkatastrophen können deshalb ihr Aus bedeuten. Große Buschfeuer in der Region während des Herbsts 2015 sorgen deshalb Biologen vom westaustralischen Department of Parks and Wildlife (DPaW) und die Naturschutzorganisation Friends of the Western Ground Parrot, denn dadurch wurden womöglich bis zu 90 Prozent des Kernlebensraums der Art zerstört, schreibt ABC.net. Im Oktober hatten demnach bereits zwei Buschbrände ein Fünftel des Erdsittichhabitats im Cape Arid National Park zerstört, bevor Mitte November ein weiteres Feuer ausbrach und noch mehr Vegetation vernichtete. In diesem Schutzgebiet existierte bislang der weitaus überwiegende Teil der Population.

"Nach dem ersten Ereignis hatten wir beobachtet, dass die Vögel in kleinen, vom Feuer verschont gebliebenen Lebensrauminseln überlebt hatten. Doch das zweite Feuer hat viele davon schließlich doch zerstört", so die DPaW-Ökologin Sarah Corner gegenüber ABC. Gezielte Überprüfungen automatisch aufzeichnender Tonrekorder ergaben, dass Erdsittiche mindestens in zwei unverbrannten Flecken überlebt hatten, doch wie viele genau, ist ebenso wenig bekannt wie die Zahl der Vögel, die sich nach Osten in vom Feuer verschonte Regionen retten konnten. Erdsittiche gehören zu den nur fünf Papageienarten, die sich vornehmlich zu Fuß bewegen – bei Gefahr können sie allerdings auch fliegend fliehen. Buschbrände gehören zudem zum natürlichen Kreislauf des regionalen Heideökosystems, und eine ähnlich schwere Katastrophe 2002 hatten die meisten der Vögel damals überlebt. Die Friends of the Western Ground Parrot bitten nun um Spenden, um gezielt nach der Art fahnden zu können; zudem sollen als sofortige Notmaßnahme rasch Giftköder ausgebracht werden, um eingeschleppte Fressfeinde wie Füchse und Katzen im Nationalpark zu bekämpfen. Damit soll verhindert werden, dass die Erdsittiche mangels Deckung zusätzlich bedroht werden.

Biologen erkannten die Art erst 2010 als eigenständig an; vorher galt sie als Unterart des Östlichen Erdsittichs (Pezoporus wallicus), der weiter verbreitet und häufiger ist. DNA-Analysen zeigten jedoch, dass beide Arten seit mehr als zwei Millionen Jahren eigene Wege gehen. Die internationale Vogelschutzorganisation Birdlife International hat sich bislang dieser Ansicht jedoch noch nicht angeschlossen. Durch die Nachrichten gingen in der jüngeren Vergangenheit Meldungen zum nahe verwandten Nachtsittich (Pezoporus occidentalis), der lange als verschollen galt und erstmals 2013 wieder lebend beobachtet wurde.

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