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Ernährung: Rotweinsubstanz fördert Gesundheit wie eine Diät

Resveratrol, ein Bestandteil aus Rotwein, ist ebenso gesundheitsfördernd wie eine kalorienreduzierte Ernährung und wirkt offenbar auch über die selben Stoffwechselwege. Dies berichten nach Experimenten an Mäusen David Sinclair von der Harvard Medical School in Boston in Kooperation mit Mitarbeitern weiterer Universitäten. Bei seiner breiten Wirkung würde der Rotweininhalt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System und die Knochendichte auswirken und zudem die motorischen Fähigkeiten erhöhen.

Die Forscher hatten verschiedene Gruppen von Mäusen mittleren Nageralters unterschiedlich fett ernährt und einige auch mit größeren Mengen Resveratrol gefüttert. Die Substanz wirkte sich positiv auf sehr unterschiedlichen Gesundheitsfeldern aus, zudem änderte sich das Genexpressionsmuster in mehrereren Organen ganz ähnlich wie bei Tieren, die eine gesundheitsförderliche, kalorienreduzierte Diät hielten.

Unter anderem erhöhte sich die Genaktivität in Mitochondrien von Leber und Muskel, und die selbstinduzierte Zellsterberate ging zurück. Offenbar schalte Resveratrol ähnliche Stoffwechselwege wie jene ein, die für die positiven Folgen einer Ernährungsumstellung verantwortlich sind. Seit längerer Zeit steht fest, dass eine um 30 bis 50 Prozent reduzierte Nahrungsaufnahme sowie das Auslassen von Mahlzeiten an einem Tag das Auftreten von altersassoziierten Erkrankungen verzögern kann und die Stresstoleranz erhöht.

In Frage als Ansatzpunkt der Resveratrolwirkung komme insbesondere der "Langlebigkeitsfaktor" SIRT1, der bekanntermaßen auf die Substanz anspricht, so die Forscher. Resveratrol erhöhte die Lebensdauer der Nager indes nicht in jedem Fall.

Die Forscher hoffen, dass Resveratrol beim Menschen ebenso positive Folgen hat und insbesondere Kreislauferkrankungen reduzieren könnte. Allein aus Hoffnung auf positive Effekte Rotwein zu trinken dürfte allerdings nicht der Weg zur Gesundheit sein – ein Glas enthält umgerechnet nur einen Bruchteil der Resveratrol-Dosis, welche die Mäuse bekommen hatten. (jo)
04.07.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 04.07.2008

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