Rückblick auf die Sonnenaktivität im Februar : Extreme auf der Sonne

Bereits im Herbst 2025 wurden wir Zeugen einer sehr ungleichen Verteilung der Aktivität auf der Sonne entlang der Längengrade. Zeitweise waren recht viele Fleckengruppen zu sehen, denen aufgrund der Sonnenrotation Bereiche mit geringerer Aktivität folgten, die uns eine Flaute vortäuschten. Im Februar 2026 ergab sich sogar eine extreme Ungleichheit dieser Art: Die uns zu Beginn des Monats zugewandte Seite des Tagesgestirns zeigte neben einer sehr eruptiven Gruppe eine Reihe weiterer Fleckenherde. Nach der dritten Februarwoche, als die Sonne uns die entgegengesetzte Seite zeigte, gab es die ersten, anscheinend völlig fleckenfreien Tage des aktuellen Aktivitätszyklus seit dem Jahr 2022. Zum Monatsende erschienen erneut die Reste der anfänglichen Aktivität am Ostrand der Sonnenscheibe.
Diese Entwicklungen spiegeln sich in der auf den gesamten Monat bezogenen Sonnenfleckenrelativzahl wider: Der Wert liegt unterhalb des mittelstarken Niveaus der Vormonate. Das Beobachternetz der Fachgruppe Sonne der Vereinigung der Sternfreundee.V. (VdS) ermittelte für den Februar einen vorläufigen Wert von nur 70,9, nach Relativzahlen von 109,4 im Januar dieses Jahres und 105,8 im Dezember 2025.
Die eingangs erwähnte große Gruppe mit der Bezeichnung AR 4366 kam nicht allein; sie wurde von einer Reihe weiterer aktiver Gebiete begleitet (siehe »Fleckengedränge auf der Sonne«), was in den Tagen um den 7. Februar zu sehr hohen Relativzahlen führte. Zuvor hatte es 19 sehr kräftige Eruptionen gegeben: Flares der stärksten Klasse X und der zweitstärksten Klasse M, die von der riesigen Fleckengruppe ausgingen. Das stärkste dieser Ereignisse konnte von Amateurastronomen gut beobachtet werden (siehe »Intensive Eruption«). Zum Vergleich: Im gesamten Vormonat gab es lediglich zwei derart starke Ausbrüche. Eine eindrucksvolle Zeitrafferdokumentation der außergewöhnlichen Gruppe kann im Internet unter suw.link/AH-S1 betrachtet werden.
Nachdem AR 4366 am westlichen Sonnenrand verschwunden war, wurde es wesentlich ruhiger. Bereits Mitte Februar schien die Aktivität auf der südlichen Hemisphäre der Sonne zu erlahmen. Hierzu passte, dass sich erst am 16. und dann noch einmal am 25. Februar nur je ein M-Flare ereignet hatte. Und vom 21. bis 24. Februar zeigte sich der gesamte von der Erde aus sichtbare Teil der Sonne erstmals seit den Jahren des Maximums für einige Tage gänzlich fleckenfrei. Eine offizielle Bestätigung hierfür steht derzeit noch aus, aber für einen Beobachter mit einem kleineren Teleskop gab es diesbezüglich keinen Zweifel. Somit lagen die letzten heftigen Eruptionen und die ersten fleckenfreien Tage in diesem Abstieg des Aktivitätszyklus in der Tat sehr nahe beieinander.
Wie erwartet, erschienen ab dem 26. Februar die Überreste der großen Aktivitätsgebiete, die am Monatsanfang so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatten, infolge der Sonnenrotation am Ostrand. Man darf gespannt sein, wann der nächste Fleckenschub ansteht, denn die Sonnenaktivität dieses Zyklus ist gewiss noch nicht zu Ende, wenngleich der Abstieg zum Minimum nun zweifelsfrei an Fahrt aufgenommen hat (siehe »Wie geht es weiter?«).
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