Direkt zum Inhalt

News: Rückschritt für die Ozonschicht

Die Erholung der Ozonschicht wird wohl Jahre länger dauern als erhofft. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler vom CSIRO in Australien. Die neuesten Forschungen weisen darauf hin, daß die globale Emission eines der hauptsächlichen ozonzerstörenden Halone um bis zu fünfzig Prozent höher ist als bislang vermutet wurde. Der größte Ausstoß dieses Halons ist dabei China zuzuordnen.
Der Atmosphärenwissenschaftler Paul Fraser von der Commonwealth Scientific and Research Organisation (CSIRO) und seine britischen Kollegen von der University of East Anglia untersuchten dafür Luftproben, die von der Cape Grim Baseline Pollution Station in Nordwest-Tasmanien gesammelt wurden. Wie sie im Journal of Geophysical Research berichten, konnten sie nachweisen, daß sich die Konzentration des meist zur Feuerbekämpfung eingesetzten Halon-1211 anders entwickelte als es bisherige Abschätzungen erwarten ließen.

Im Montreal-Protokoll wurde noch davon ausgegangen, daß die Emission von Halon-1211 im Jahre 1988 seinen Höchststand erreicht habe. Stattdessen zeigte sich nun aber, daß der Ausstoß seitdem sogar um 25 Prozent gestiegen war.

Halone sind für etwa zwanzig Prozent der weltweiten Zerstörung der Ozonschicht verantwortlich. Das Steigen der Halon-1211-Konzentration führen die Wissenschaftler auf eine zunehmende illegale Produktion und Freisetzung in China zurück, das für etwa neunzig Prozent der Weltproduktion von Halon-1211 verantwortlich ist.

Zwar wird erwartet, daß auch in China die Herstellung von Halon-1211 reduziert wird, aber auf jeden Fall wird die bisher ansteigende Konzentration eine Erholung der Ozonschicht wesentlich verzögern. Während sich die Konzentrationen der meisten der ozonzerstörenden Chlorfluorcarbonen stabilisiert haben oder sinken, sind die der Halone noch immer im Steigen begriffen.

Siehe auch

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.