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Seismik: Sandy erschütterte die USA

Als Supersturm "Sandy" am 29. Oktober 2012 die Ostküste der USA traf, verursachte der ausgedehnte Hurrikan nicht nur schwere Schäden in New Jersey oder New York. Die Folgen des extremen Tiefs waren auch noch weit entfernt von der Küste zu spüren, wie Keith Koper von der University of Utah in Salt Lake City und seine Kollegen nun mitteilten. Noch weit im Lndesinneren der USA schlugen die Seismometer – leicht – aus, als "Sandy" das Festland erreichte.

Ausgelöst haben die Erschütterungen die starken Wellen, die an die Küste brandeten, beziehungsweise die tosende See an sich, in der die Wogen aufeinander prallten oder sich überlagerten. Die intensivste seismische Aktivität trat dabei auf, als der Sturm nordwestlich in Richtung Long Island, New York und New Jersey zog, so Koper. Umgerechnet auf die Magnituden-Skala geologisch bedingter Erdbeben entsprachen die entstehenden Mikroerschütterungen einer Stärke von 2 bis 3. Doch während beim Bruch von Gesteinen in der Erdkruste die Energie größtenteils beim ersten Bebenereignis abgebaut wird und sich entsprechend im Seismogramm mit einem markanten Ausschlag wiederfindet, ließ "Sandy" die empfindlichen Geräte über Stunden erzittern – für die Menschen etwa im Mittleren Westen waren sie allerdings nicht spürbar. Vor allem die Wasserbewegung auf dem offenen Meer habe sich in den Aufzeichnungen niedergeschlagen, sagt Koper. Durch die zahlreichen Kollisionen der Wasserberge seien stehende Wellen entstanden, die bis zum Meeresboden reichten und Bewegungsenergie auf diesen übertrugen. Als seismische Wellen erreichten sie dann die Seismometer.

Allgemein erzeugen nicht nur Erdbeben seismische Wellen, auch der Kollaps von Minen, Stürme oder der Straßenverkehr können sie verursachen. Und auch der Tscheljabinsk-Meteorit hinterließ entsprechende Spuren. Die seismischen Wellen von "Sandy" dienen laut Koper auch dazu, das Bild der Geologen von der Erdkruste und dem Erdmantel zu verfeinern: Mit ihrer Hilfe durchleuchten sie quasi das Erdinnere.

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  • Quellen
Keith Koper, Seismological Society of America's annual meeting 2013 (17.-19.04.), Salt Lake City

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