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News: SARS: Diagnosekriterien müssten erweitert werden

Die WHO-Empfehlungen für die Diagnose von SARS sind womöglich nicht ausreichend, warnen Forscher vom Prince of Wales Hospital in Hongkong. So müssten Symptome wie erhöhte Temperatur, Erkältungsanzeichen, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall stärker berücksichtigt werden. Sie traten bei den Betroffenen gerade in der ersten Krankheitsphase deutlich häufiger auf als die von der WHO genannten Kriterien wie Fieber über 38 Grad Celsius und Atemwegsbeschwerden [1].

Die Wissenschaftler um Timothy Rainer fordern daher, dass die oben genannten Symptome ebenfalls in die Liste aufgenommen werden und durch eine weitere tägliche Kontrolle sowie eine tägliche Röntgenaufnahme ergänzt werden, bis die Betroffenen 48 Stunden ohne Symptome hinter sich gebracht hätten.

Die Forscher hatten im März 556 Krankenhausangestellte, Patienten und Verwandte mit Kontakt zu SARS-Erkrankten untersucht. 141 der Untersuchten wurden ins Krankenhaus eingewiesen, bei 97 bestätigte sich der Verdacht auf SARS. In einer zweiten Studie stellten die Wissenschaftler im Blut von SARS-Patienten eine anomale Abnahme der Lymphocyten und Blutplättchen fest [2].

Inzwischen hat die WHO die Reisewarnung für Taiwan wieder aufgehoben und empfiehlt nur noch für das Reiseziel Peking, alle nicht essentiellen Besuche abzusagen. Insgesamt wurden bisher 8462 SARS-Fälle gemeldet, 804 Menschen starben daran. In den letzten Tagen wurden nur noch in Taiwan, Kanada und den Vereinigten Staaten Neuinfektionen gemeldet.

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  • Quellen
[1] British Medical Journal 326: 1354–1358 (2003)
[2] British Medical Journal 326: 1358–1362 (2003)

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