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News: Satellit GLAST heißt jetzt Fermi

Gammaobservatorium Glast
Das am 11. Juni 2008 gestartete Weltraumteleskop GLAST wird nun in Fermi Gamma-ray Space Telescope umbenannt. Der Name würdigt den Wissenschaftler Enrico Fermi, der Pionierarbeit in der Hochenergiephysik leistete. Das Gamma-Ray Large Area Space Telescope erforscht das Universum im Bereich der Gammastrahlung.

Mit der Namensänderung veröffentlichte die NASA auch die erste Aufnahme des Satelliten, auf welcher der gesamte Himmel im Gammalicht zu sehen ist. In diesem Spektralbereich lassen sich das leuchtende Band der Milchstraße sowie Milliarden von Lichtjahren entfernte Pulsare und Galaxien erkennen. Das Bild ist in einer Belichtungszeit von 95 Stunden entstanden – für ein vergleichbares Bild vom Compton Gammastrahlen-Observatorium, das von 1991 bis 2000 in Betrieb war, benötigten die Wissenschaftler noch jahrelange Beobachtungen.

Himmel im Gammalicht | Bild des gesamten Himmels im Gammalicht, aufgenommen vom Large Area Telescope des Weltraumteleskops Fermi. Gas und Staub der Milchstraße erscheinen hier als heller Gürtel, während ober- und unterhalb mehrere einzelne Gammaquellen zu finden sind.
Gas und Staub in der Ebene der Milchstraße leuchten im Gammalicht, weil sie von kosmischer Strahlung – enorm energiereichen Teilchen – durchdrungen werden. Auch der berühmte Krebsnebel mit seinem Pulsar und zwei andere Pulsare strahlen hell in diesen Wellenlängen. Diese Objekte sind sich schnell rotierende Neutronensterne, die ursprünglich durch ihre Strahlung im Radiofrequenzbereich entdeckt worden waren. Es ist zu erwarten, dass Fermi zahlreiche weitere Pulsare auffinden und dadurch dazu beitragen wird, die Wirkungsweise dieser exotischen Objekte aufzuklären.

Ein vierter heller Punkt auf dem Bild liegt etwa sieben Milliarden Lichtjahre entfernt, weit außerhalb unserer Galaxis. Es handelt sich um einen Blazar – einen bestimmten Typus aktiver Galaxien mit besonders starken Helligkeitsvariationen – im Sternbild Pegasus. Der Blazar mit dem Namen 3C 454.3 befindet sich gerade in einer Phase hoher Aktivität und ist durch seine Helligkeit besonders gut zu erkennen. Zudem beobachteten die zwei Hauptinstrumente an Bord, das Large Area Telescope (LAT) und der GLAST Burst Monitor (GBM), millisekunden- bis minutenlange Gammastrahlenausbrüche von Punktquellen am Himmel.

"Zum Zeitpunkt des Ausbruchs sind sie so hell, dass sie den gesamten restlichen Gammahimmel überstrahlen", sagt Jochen Greiner vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE). "Wir haben eigentlich nur eine Erklärung für diese gewaltigen Energieausbrüche: die Bildung eines schwarzen Loches am Ende des Lebens eines schweren Sterns." Die Gammablitze werden einen völlig neuen Überblick über ein breites Gamma-Spektrum bieten und es den Wissenschaftlern ermöglichen, die Entstehung von Schwarzen Löchern zu untersuchen.

© Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik

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