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News: Saturnmond Enceladus besprüht seine Nachbarn

Enceladus, den Wilhelm Herschel im Jahre 1789 entdeckte, galt lange Zeit als eher unspektakulärer kleiner Eismond, jedoch weist er die hellste Oberfläche im Sonnensystem auf. Erst aus der Nähe ließ sich der Grund dafür erkennen: Vulkane setzen permanent große Mengen feinster Partikel aus reinem Wassereis frei. Ein Teil der mikrometergroßen Teilchen entweicht ins All, der Rest fällt auf Enceladus zurück und hellt seine Oberfläche auf.
Der Saturnmond Enceladus beim Versprühen von Eispartikeln
Zwischen Enceladus und dem Nachbarmond Dione gibt es eine Art von Gezeitenreibung, die eine Aufheizung des Mondinneren bewirkt. Am Südpol entweicht dabei durch Risse in der Oberfläche warmes Material ins All und bildet feine Partikel, die den E-Ring aufbauen.

Eine Forschergruppe um Anne Verbiscer von der University of Virginia in Charlottesville beobachtete verschiedene Saturnmonde mit dem Weltraumteleskop Hubble (HST) und stellte fest, dass die Eispartikel von Enceladus auch auf die Oberflächen der Monde Tethys, Mimas, Dione und Rhea herabregnen.

Am 13. Januar 2005 stand Saturn in einer günstigen Opposition zur Sonne, sodass das Sonnenlicht fast senkrecht auf die Mondoberflächen fiel. Aus den dabei vom HST gewonnenen Daten errechnete das Forscherteam Modelle des Reflexionsvermögens der Saturnmonde. Es zeigte sich, dass Enceladus durch das Versprühen seiner Eispartikel für einen generellen Anstieg des Rückstrahlvermögens bei seinen direkten Nachbarn sorgt, insbesondere bei den Monden Tethys und Dione, die innerhalb des E-Rings den Saturn umkreisen. Die feinen Eispartikel von Enceladus bilden eine dünne Schicht auf diesen Monden, die so hell wie frischgefallener Schnee ist.
TA/MH

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