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Sonnensystem: Saturnmond Hyperion ähnelt einem Schwamm

Saturns achtgrößter Mond Hyperion besitzt eine schwammartige Struktur und ist mit einem Mix aus Eis und organischen Molekülen bedeckt. Zu diesem Ergebnis gelangen zwei Forscherteams nach der Analyse von hoch aufgelösten Bildern der Raumsonde Cassini.

Hyperion – ein Schwamm im All | Die kombinierten Aufnahmen im infraroten, grünen und ultravioletten Spektralbereich zeigen den Saturnmond Hyperion. Die Sonde war zu diesem Zeitpunkt etwa 62 000 Kilometer von dem Trabanten entfernt.
Hyperions Oberfläche ist mit Kratern übersäht, die einen Durchmesser von zwei bis zehn Kilometern besitzen, berichtet Peter Thomas von der Cornell Universität in Ithaca [1]. Um die innere Beschaffenheit auszumachen, berechneten er und seine Kollegen die Masse und Größe des Trabanten. Danach ist der Mond zu vierzig Prozent hohl – eine ungewöhnlich niedrige Dichte für ein solches Objekt. Sie könnte jedoch erklären, warum die Krater nicht von Schutt bedeckt sind: Durch die hohe Porosität komprimierte das Gestein bei Einschlägen so sehr, dass nur wenig Geröll aufgewühlt wurde.

Hyperions chemische Zusammensetzung | Blaue Gebiete stellen gefrorenes Wasser dar, rote Eis aus Kohlendioxyd und magentafarbene Regionen ein Gemisch aus Wasser und Kohlendioxid. In den gelben Bereichen soll sich ein Mix aus Kohlendioxyd und einem noch nicht identifizierten Material befinden.
Das Forscherteam um Dale Cruikshank vom Ames Research Center der Nasa versuchte anhand der Cassini-Daten die chemischen Zusammensetzung der Oberfläche zu bestimmen [2]. Das dunkle Material in den Kraterböden ähnelt laut ihrer Studie demjenigen auf Iapetus und Phoebe, zwei anderen Begleitern von Saturn. Bestimmte Signaturen im Spektrum des von Hyperion reflektierten Lichts deuten auf komplexe organische Moleküle hin, die Kohlenwasserstoffe enthalten. Diese sind in Eis aus Wasser und Kohlendioxid eingebettet, so die Wissenschaftler.

In einem mittleren Abstand von knapp 1,5 Millionen Kilometern umkreist der mehrere hunderte Kilometer große Mond den Saturn in etwa drei Wochen. Cassini machte die Aufnahmen während eines Swing-bys im September 2005. (mp)

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