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News: Schadstoffbelastung von Kindern ging zurück

In einer deutschlandweiten Langzeitstudie haben Forscher vom Universitätsklinikum Mannheim das Fettgewebe von Kindern untersucht. Nach ihrem jetzt veröffentlichten Bericht ist die im Körper nachweisbare Schadstoffbelastung stark zurückgegangen. Dennoch wäre nach Meinung der Experten eine Entwarnung nicht angebracht.
Vor allem der Anteil an Chlorkohlenwasserstoffen und DDT im Gewebe von Kindern hat sich in den letzten Jahren verringert. Am deutlichsten fiel der Rückgang in der Altersgruppe zwischen drei und sechs Jahren aus. Die Klein- und Schulkinder haben bis zu achtzig Prozent weniger Chlorkohlenwasserstoffe in ihrem Körperfett gespeichert als zu Beginn der Untersuchung. Dabei ist der Rückgang im Westen Deutschlands stärker als im Osten. Die Tendenz, so die Mannheimer Forscher, ist weiter fallend.

Die Langzeitstudie erstreckte sich auf die vergangenen 17 Jahre, für Ostdeutschland auf die Zeit nach der Wende. Die Proben stammen aus dem Fettgewebe von rund 1300 Kindern, die sich aus chirurgischen Gründen einer Operation unterziehen mußten. Mit dem Einverständnis der Erziehungsberechtigten wanderten dabei hundert Gramm Fett von jedem der Patienten nicht in den üblichen Entsorgungsbehälter, sondern sie wurden zum Mannheimer Klinikum gebracht.

So erfreulich der Rückgang nach Meinung der Mannheimer Forscher ist, es besteht kein Grund zur Entwarnung. Denn nicht alleine die Menge von Schadstoffen macht krank, sondern – vermuten die Wissenschaftler – auch das Zusammenwirken verschiedener Gifte, selbst in kleineren Dosen. Beunruhigend ist zudem, daß die Laboratorien erstmals im Körper der Kinder auch Toxaphen nachweisen konnten. Das ist ein Insektizid, daß zum Beispiel gegen Baumwollschädlinge und gegen Tierparasiten eingesetzt wird. Es wirkt wie ein Hormon und kann – so eine Vermutung – Brustkrebs erzeugen.

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