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Nervensystem: Schalter für Myelinproduktion entdeckt

Forscher um James Salzer von der Universität New York haben den lang gesuchten Schalter gefunden, der die Produktion von Myelin durch Schwann-Zellen einleitet: ein Neuregulin-Gen. Erst im März 2004 hatten Kollegen festgestellt, dass dieses Gen die Dicke der Myelinscheide um Axone bestimmt. Es blieb aber unklar, ob es auch die Bildung des Myelins auslöst.

Das Team um Salzer brachte nun im Labor nicht myelinisierte Nervenzellen aus dem peripheren Nervensystem in Petrischalen zum Wachsen und fügte Schwann- Zellen, die Myelinproduzenten, hinzu. Doch nichts geschah – wie sich zeigte, besaßen die Neuronen im Gegensatz zu den myelinisierten kein aktives Neuregulin-Gen. Als die Wissenschaftler aber das Gen in die Zellen einschleusten, begannen die Schwann-Zellen, die Axone in dicke Myelinschichten zu hüllen.

Die Myelinscheide um Axone schützt die Nervenfortsätze und sichert die schnelle und effiziente Kommunikation im Nervensystem. Wird diese Isolierschicht beschädigt, entstehen neurologische Erkrankungen wie beispielsweise Multiple Sklerose (MS). Von ihrer Entdeckung erhoffen sich die Forscher gänzlich neue Wege in der MS-Therapie und anderer Erkrankungen des Nervensystems, die auf Schädigungen der Myelinscheide beruhen.

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