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Immunologie: Schalter im Immunsystem stoppt Entzündungen

Wissenschaftler vom Imperial College London und der Universität von Kalifornien in San Diego haben einen molekularen Schalter entdeckt, der Entzündungsreaktionen bremst: die Kinase IKKa. Das Protein könnte bei Krankheiten, bei denen chronische Entzündungen auftreten – wie beispielsweise Arthritis – therapeutisch eingesetzt werden. Darüber hinaus hoffen die Forscher um Toby Lawrence, dass der Körper Infektionen mit hartnäckigen Erregern besser bekämpfen kann, wenn die Bremse IKKa künstlich blockiert wird.

Mit IKKa ist nun auch die zweite Komponente eines Schalters für Entzündungsreaktionen bekannt. Dabei startet das Schwesterprotein IKKb die Immunreaktion. Dem wirkt die Kinase IKKa entgegen, indem sie die angeschalteten Gene rasch wieder abstellen lässt. Die Forscher demonstrierten dies an Mäusen, bei denen IKKa defekt war: Die Tiere bildeten mehr Enzündungsstoffe, weshalb sie bakterielle Infektionen besser abwehrten.

Da bei Entzündungsreaktionen auch toxische Produkte entstehen, führen Krankheiten, bei denen diese Reaktionen zu lange dauern, zu gravierenden Beschwerden. In anderen Fällen dagegen ist die Immunreaktion des Körpers nicht stark genug – so bei einer Infektion mit einem resistenten Stamm von Stapylococcos aureus, der Lungenentzündungen auslöst. Um solche Infektionen zu bekämpfen, sind bislang komplexe Antibiotikacocktails notwendig.

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