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Hirnforschung: Schaltkreis fördert Essen zum Vergnügen

Schmackhafte Lebensmittel verleiten dazu, mehr zu essen, als nötig ist. Im Mäusegehirn identifizierten Forscher die verantwortlichen Abläufe.
Maus mit Cupcake

Manchmal scheint es unmöglich, zu einem zweiten Stück Kuchen Nein zu sagen – selbst nach einem herzhaften Essen. Nun haben Wissenschaftler einen Schaltkreis im Gehirn gefunden, der erklären könnte, warum es so leicht ist, sich zu viel zu gönnen. Die Ergebnisse hat das Team im Magazin »Cell« veröffentlicht.

Bei der Arbeit an Mäusen identifizierten Scott Sternson vom Janelia Research Campus in Ashburn, Virginia, und seine Kollegen eine Region des Hirnstamms, die eine Reihe von Neuronen beherbergt, deren Aktivität durch Nahrung oder Wasseraufnahme beeinflusst wird. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Aktivierung der Neurone das Fressen hemmte. Hingegen fraßen und tranken die untersuchten Mäuse mehr und länger als gewöhnlich, wenn die Forscher die Neuronenaktivität blockierten. Die Tiere fraßen sogar weiter, wenn sie gut gefüttert und mit Flüssigkeit versorgt waren.

Sternson und sein Team servierten den Mäusen eine Vielzahl von Flüssigkeiten, während sie die Aktivität der Neurone überwachten. Sie fanden heraus, dass die neuronale Aktivität vermindert war, wenn die Mäuse Wasser oder bitter schmeckende Verbindungen tranken. Der Effekt war noch ausgeprägter, wenn die Mäuse schmackhafte Erfrischungen wie ein Getränk mit Vanillegeschmack zu sich nahmen.

Dies deutet darauf hin, dass eine neuronale Rückkopplungsschleife es schmackhafter Nahrung ermöglicht, das Gehirn zur Völlerei zu verleiten.

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