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News: Scharf am Rand

Üblicherweise geben Gravitationslinsen Aufschluss über ferne Objekte, indem sie deren Licht bündeln und verstärken. Jetzt verrät dieses Licht mal etwas über die Gravitationslinse selbst - und zwar über deren dunkle Materie.
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Über 90 Prozent aller Materie des Universums ist dunkel und unsichtbar. Zwar hat die dunkle Materie eine Masse und beeinflusst aufgrund ihrer Gravitation die Rotation von Galaxien, doch ist ihre eigentliche Natur bis heute weitgehend ungeklärt.

Viele Modelle sagen voraus, dass Galaxien - also auch unsere Milchstraße - von Halos umgeben sind, in denen sich zahlreiche unsichtbare Satellitengalaxien befinden müssen. Da die aber noch immer nicht bewiesen sind, wollen manche Astronomen schon das ganze Konzept der dunklen Materie ad acta legen.

Doch jetzt bekommt die Theorie neuen Rückhalt, denn in einer Gravitationslinse fanden Neal Dalal von der der University of California in San Diego und Christopher Kochanek vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge ziemlich deutliche Hinweise auf eben solche Satellitengalaxien.

Galaxien wirken als Gravitationslinse, weil ihre Schwerkraft das schwache Licht weit entfernter Objekte bündeln und verstärken kann.

Je nachdem, wie die Massen in einer als Gravitationslinse wirkenden Galaxie verteilt sind, erscheint eine dahinter liegende Galaxie in zwei, drei oder mehreren Abbildern. Wenn es diese dunklen Satellitengalaxien gibt, dann müssten Abbilder, die in direkter Linie dahinter liegen, heller erscheinen. Oder umgekehrt: Die besonders hellen Abbilder weisen auf eine Satellitengalaxie im Vordergrund.

Die beiden Forscher hatten die Bilder von sieben Gravitationslinsen bearbeitet, welche die dahinter liegenden Galaxien in jeweils vier Abbilder aufspalteten. Mithilfe einer statistisches Auswertung der Helligkeitsunterschiede konnten sie sogar den Anteil der dunklen Materie bestimmen, der in den unsichtbaren Satellitengalaxien gebunden ist - und zwar alles in allem etwa zwei Prozent.

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